Dienstag, 23. Dezember 2014

Buon natale

[english version below]



Weihnachtliche Grüße aus dem – es hilft ja nichts – sonnigen Florenz!
Ja richtig – sonnig. Wir haben 15°C, meine Winterjacke verstaubt im Schrank und während man sich in Deutschland bibbernd um die Glühweinstände drängt, gehe ich ein Eis essen. Versucht da mal, weihnachtliche Gefühle zu bekommen!
Aber alles der Reihe nach!
Habe ich in meinen letzten Einträgen noch oft geschrieben, dass ich die Uni zugunsten der Stadt Florenz etwas vernachlässige, so hat sich das mittlerweile gewaltig geändert. Die Prüfungen rücken unaufhaltsam näher und sie wollen gut vorbereitet werden, immerhin stehen in meinem Fall fünf mündliche Prüfungen ins Haus und mitunter sind die Professoren sehr anspruchsvoll. Adieu, du schöne Freizeit!
Ach, nun schaut nicht so, ich habe immer noch genug Zeit für die schönen Dinge des Lebens und in diesem Post werde ich sie euch präsentieren! Man kann nämlich wirklich Spaß hier haben und die Chance kann ich mir doch nicht entgehen lassen! Dazu gehört natürlich, dass ich mich in schöner Regelmäßigkeit mit meinen neu gefundenen Freunden treffe, um einen Cappuccino zu trinken, ein Eis zu essen oder zu einem Apperitivo zu gehen – ehrlich, warum gibt es in Deutschland keine Apperitivi? Die sind super!
Während Iga ihre Schwester hier zu Besuch hatte, klommen wir die Piazza Michelangelos hinauf, um den Blick über die Stadt und den Sonnenuntergang zu genießen. Der Regen konnte uns dabei nicht schrecken und gerade dadurch hatten wir großes Glück und konnten gleich zwei perfekte Regenbögen bewundern, die sich über Stadt und Piazza spannten. Bildschön! Und danach gab‘s Pizza! 
Aber – ihr kennt das schon aus meinen vorigen Einträgen – erneut hielt es mich nicht in Florenz und wieder lockte es mich nach Rom. Ich hatte guten Grund dazu, mein Freund machte seinen Bachelor-Abschluss: In Italien gibt es dazu eine Abschlussprüfung und die schloss er mit 110 cum laude – also der Bestnote ab. Grund genug zum Feiern! Bereits am Donnerstagabend kam ich in Rom an und am Freitag hatte ich Riccardo ganz für mich. Wir nutzten die Zeit um in mein ehemaliges Viertel Ostiense zu fahren und eine kleine „Nostalgie-Tour“ zu machen. Und zu meiner Überraschung stand noch alles: Die Uni, die Lieblingspizzeria, die Lieblingseisdiele und sogar mein altes Heim. Einige Namen auf dem Klingenschild kannte ich sogar noch! Wir aßen Pizza, Supplì und Eis, spazierten durch das Viertel, gingen zur Uni und zu Sankt Paul vor den Mauern und schließlich spazierten wir bis Trastevere, wo wir bei Carlo Menta zu Abend aßen.
Die nächsten beiden Tage wurde gefeiert, am Samstag kamen seine Freunde vorbei und es gab viel Essen und noch mehr Wein, am Sonntag kam seine Familie vorbei und es gab noch mehr Essen und immer noch Wein. Es waren unglaublich schöne Tage, alle waren sehr nett und ich war glücklich wieder in Rom zu sein. Immer wieder fanden wir auch ein bisschen Zeit, die Stadt zu erkunden und sogar ins Kino zu gehen, wo wir die Komödie „La mafia uccide solo in estate“ schauten. Wir hatten ganz allgemein eine schöne Zeit. Leider musste ich am Montag aber wieder zurück, denn die Vorlesungen wollten ja schließlich nicht vernachlässigt werden.
Tatsächlich waren meine Wochen nun viel eher mit Vorlesungen angefüllt und ich meldete mich in der Bibliothek, der „Biblioteca delle Oblate“ an um dort die Bücher zum Lernen nutzen zu können. In meiner Freizeit sitze ich nun viel häufiger über meine Bücher und Mitschriften gebeugt. 
Doch das führt natürlich auch dazu, dass ich jeden Augenblick fern von Büchern viel mehr zu schätzen weiß. So war ich beispielsweise in einem englischsprachigen Kino um mir gemeinsam mit Iga „Mockingjay I“ anzusehen. Und wo wir schon dabei waren, sind wir anschließend noch chinesisch Essen gegangen.
Die Wochenenden dagegen lernte ich selten und wenig – ich kam einfach nicht dazu, es ist zu viel los gewesen. Zum ersten Advent beispielsweise kam Riccardo nach Florenz und wir verbrachten ein paar schöne Tage gemeinsam. Am Samstag waren wir gemeinsam mit Iga in der „Casa di Dante“, ein dem berühmtesten italienischen Schriftsteller Dante Alighieri gewidmetes Museum. Anschließend probierten wir ein japanisches Restaurant aus und können von nun an wohl nie genug Ramen bekommen. Am Sonntag dann gab ich eine kleine Weihnachtsfeier bei mir zuhause und ich lud einige Mädels ein. Wir buken zusammen Apfelkuchen und aßen Unmengen an vorbereiteten Keksen – schön war‘s. Und vor allem hatte es sich damit noch lange nicht ausgefeiert, denn alle Deutschen hier schienen sich nach der Weihnachtsstimmung wie in Deutschland zu sehnen. Und während in Deutschland darüber diskutiert wird, dass die Zuwanderer sich nicht genügend integrieren, schotteten wir uns als kleines deutsches Grüppchen ab und ich feierte sage und schreibe vier Weihnachtsfeiern an drei Wochenenden. Am zweiten Adventswochenende nämlich war ich am Samstagabend zunächst bei Claudia und am Sonntagnachmittag bei meinen „Master-Mädels“ aus Bonn. Das Essen war schon weniger weihnachtlich – Buffet und Foccaccia barese – aber dennoch in Rauen Mengen vorhanden.
Ich greife aber vor, denn in der Wochen zwischen dem ersten und zweiten Advent geschah noch etwas in Florenz: Es weihnachtete, nun auch offiziell und nicht nur in den Wohnungen deutscher Austauschstudenten. Zum einen begann die Stadt Florenz zu dekorieren, komplett mit Beleuchtung, Weihnachtsbäumen, Krippe und sogar Weihnachtsmarkt. Das alles unterscheidet sich natürlich trotzdem von deutscher Deko: Italiener schmücken opulenter und auch bunter, vor allem aber blinkend. Ich zog schon in Rom den schlichten deutschen Schmuck vor und daran hat sich nichts geändert. Aber es freut dann doch, zu sehen wie sich die Adventsstimmung verbreitet. Nicht nur die Innenstadt sondern bis nach draußen in meine, doch etwas abseits gelegene, Gegend zogen sich die Lichterdekorationen, die die Straßen überzogen. Erwähnenswert sind dabei vor allem die Weihnachtsbäume: Selten habe ich einen derart übertriebenen Patriotismus gesehen: Diese Bäume sind neben Lichterketten nämlich über und über mit der roten Lilie, dem Wappenzeichen Florenz‘, geschmückt. Wem’s gefällt… 
Nur so halb wie in Deutschland ist auch der Weihnachtsmarkt auf der Piazza Santa Croce. Das zeigt sich schon alleine daran, dass er tags über geöffnet hat und schließt, wenn es dunkel wird. Die Stände treffen mitunter absolut den Geist deutscher Weihnacht: Duftkerzen, Holzspielzeug und Glühwein. Einige versuchen besonders deutsch zu wirken, ähneln aber mehr der Auslange einer Metzgerei oder eines Gemischtwarenlandes. Wieder andere haben nun gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun, das sind meist die Essenstände, die griechische, polnische oder britische Spezialitäten anbieten. Und trotz – oder gerade wegen – der Andersartigkeit, war ich mehrfach dort. 
Und das, obwohl das Wetter nun immer schlechter wird. Es ist zwar nach wie vor nicht kalt – 15°C – aber sehr regnerisch. Da sucht man gerne nach Unterhaltungsalternativen und so landete ich, wo ich schon vorher gewesen war: In der Oper, begleitet von Iga und Riccardo. Wir schauten uns „Falstaff“ von Giuseppe Verdi an, was ungeheuer unterhaltsam war. Und vorher hatten wir es sogar noch geschafft, einen Tisch in dem bereits erwähnten Ramen-Restaurant zu ergattern.
An den wenigen Tagen, die es nicht regnete, machte ich Spaziergänge durch das weihnachtliche Florenz, gemeinsam mit Riccardo, der mich auch zum zweiten Advent wieder besuchen kam, dieses Mal für eine ganze Woche. Und so kletterten wir hinauf auf die Piazzale Michelangelo und genossen den atemberaubenden Blick auf das nächtlich erleuchtete Florenz. 

Auch auf dem Weihnachtsmarkt waren wir gemeinsam, doch dann musste er wieder zurück nach Rom und ich ging mal wieder auf eine Weihnachtsfeier. Vorher besuchte ich aber noch Iga und wir aßen gemeinsam zu Mittag. Danach ging es weiter zu Jana, die mit ihren ebenfalls deutschen Mitbewohnern eine beeindruckende Feier auf die Beine gestellt hatte, Weihnachtsbaum inklusive.
Die letzte Woche Universität brach an, ein letztes Mal emsiges Mitschreiben, ehe ich mich um die Vorbereitungen zur Heimreise kümmern konnte. Meinen letzten Tag in Florenz verbrachte ich mit Valentina, mit der ich Pizza aß und dann weiterhin mit Iga, mit der ich ins Kino ging um den letzten Teil des Hobbits zu sehen – in italienischer Sprache. Das war mitunter durchaus amüsant, aber der Film war gut und wir waren stolz, keine Probleme mit der Sprache gehabt zu haben. So gönnten wir uns auf dem Heimweg noch ein weihnachtliches Eis – Geschmacksrichtung: Panettone – ehe ich meine letzte Nacht in Florenz verbrachte.
Morgens nahm ich dann den Bus nach Bologna und flog von dort aus über das wunderbare Alpenpanorama zurück nach Hause. So kann ich endlich meine Familie und Freunde wiedersehen – und ich freue mich sehr auf euch, auf Weihnachten und eigentlich auf alles!
Frohe Weihnachten euch allen!

Best wishes for Christmas from a sunny Florence!
Yes, you haven’t been mistaken – sunny. It’s 15°C and I don’t even need my winter jacket and while in Germany you long for hot spiced wine, I go for some ice cream. Try to get in a Christmas mood that way!
But step by step!
While in my first entries I wrote for some time that I neglected university a bit in favour of the city of Florence, that has changed by now. The exams are getting closer and want to be well prepared. In my case there are five oral exams coming up and some of the professors are quite ambitious. Farewell, wonderful spare time!
Alas, don’t you worry, there’s still enough time for the nice things in life and in this post I’m going to present them to you! Having fun here is not difficult and I’m not planning on missing any of it. Part of this is it that I meet up with my newly made friends regularly for a Cappuccino, some ice cream or an Apperitivo – seriously, why don’t they exist in Germany? They’re awesome!
While Iga had her sister over, we went all the way up Piazza Michelangelo to enjoy once more the view over the city and the sunset. The rain didn’t disturb us and that exactly enabled us to see two perfect rainbows over the city and the Piazza. Marvellous! Then, we went for Pizza. 
But – you already heard that from other posts – Florence couldn’t keep me for long. I had good reason for doing so, since my boyfriend graduated: In Italy there’s a final oral exam and he passed it the best possible grade: 110 cum laude. Enough reason to party! I arrived in Rome on Thursday evening and I had Riccardo for myself the entire Friday. We went to my old quarter “Ostiense” and did a nostalgia-tour. It surprised me a bit to see that everything was still standing: The University, my favourite pizzeria, my favourite gelateria and even my old house. I even knew some of the names on the door bells! We ate Pizza, Supplì and ice cream, we took a walk through the quarter, went to University and to San Paul outside the walls and then walked to Trastevere, where we had dinner at Carlo Menta. 
The next two days were filled with celebrations. On Saturday some friends of Riccardo came over and there was lots of food and even more wine. On Sunday we celebrated with his family, again with a lot of food and wine. Those days were wonderful, everybody was really nice and I was happy to be in Rome again. We always managed to fine a little time to sneak into town and we even went into the cinema and watched the comedy “La mafia uccide solo in estate” – generally speaking, we had gorgeous days together. But unfortunately I had to return on Monday, since I had to go to my lectures during the week.
Indeed my weeks were filled with lectures and I signed in at the library “Biblioteca delle oblate” in order to be able to use the books there. In my free time I stayed at home reading and learning. 
Thus, I learned to appreciate every minute without books. As an example, I’ve been in an English cinema together with Iga and watched “Mockinhjay I” and afterwards we had Chinese dinner.
On the weekends in contrast I learned way less – I didn’t have the time, there was so much going on. For the first advent Riccardo came over and we enjoyed a lovely weekend together. On Saturday we’ve been with Iga to the “Casa di Dante”, a museum dedicated to Italy’s most famous writer Dante Alighieri. After that we tried a Japanese restaurant and from now on we’ll never get enough of Ramen. On Sunday I hosted a little Christmas party at my place and invited the girls. Together we made an apple pie and ate a whole lot of biscuits – it was lovely. And it wasn’t even the end because all the Germans longed for some German Christmas feeling. And while in Germany politicians are discussing about how immigrants should integrate themselves more, the little German group of ours encapsulated itself and celebrated four Christmas parties in three weekends. On the second weekend of advent I went to Claudia and on Sunday there was a nice party with my master-girls from Bonn. The food wasn’t Christmas-like, but there was plenty and it was good.
But I’m a little fast, because now you missed what happened between the First and the Second Advent: It started to become Christmas in Florence. The city of Florence began to decorate, with lights, Christmas trees, nativity set and even a Christmas market. It’s quite a difference from German decoration nonetheless: Italians decorate opulent, also more colourful and – most important – blinking. I experienced the same in Rome and I still prefer the more decent German decoration. But it’s lovely to see the city getting ready for Christmas. Not only the city centre but even the area where I live is full of decoration. I also have to mention the Christmas trees: I have hardly ever seen such an exaggerated patriotism: Those trees are not only decorated with chains of lights but also with the red lily, the blazonry of Florence. Well, if they like it…
Only half like in the Germany is the Christmas market on Piazza Santa Croce. So, for example, it’s open only during daytime and closes when it gets dark. But some of the booths are just like in Germany: perfumed candles, wooden toys and hot spiced wine. Some just try to be German and thus are more likely to a butchery or a corner shop. And then there are those who haven’t anything in common with Christmas, they just sell food: specialitys from Greece, Poland or Great Britain. 
And though – or because – it’s so very different, I’ve been there quite often. The weather, yet, gets worse, not colder – 15°C – but rainy. That makes me look for other possibilities to entertain me and thus I returned to the opera: Together with Iga and Riccardo I watched “Falstaff” by Giuseppe Verdi, which was really amusing. Before, we even managed to get a table at the Ramen-restaurant.
The few days in which it doesn’t rain I went for some walks through the christmasy Florence, together with Riccardo who visited me in the week of the second advent. Thus we climbed up to Piazzale Michelangelo and enjoyed the view over the wonderful illuminated Florence at night. 
We also visited the Christmas market together, but afterwards he had to return to Rome and I went to another Christmas party. But before that I visited Iga and we had lunch together. Then I went to Jana, who had organised an impressive party together with her German flat mates – there was even a Christmas tree.
After this party, the last week of lectures started, one last time writing down everything and then I could start planning my journey home. I spend my last Florentine day with Valentina, with whom I ate some Pizza, and with Iga, with whom I went to the movies to see the last part of the Hobbit – in Italian. That was quite amusing, but the movie was good and we were proud to be able to understand everything. Thus we treated ourselves to some Christmas ice cream – taste: Panettone – before I spend my last night in Florence.
The next morning I took the bus to Bologna, flew from there over the Alps back home. And now I can finally see my family and friends again – I’m really looking forward to you all, Christmas and – frankly – everything.
Merry Christmas to all of you!

Montag, 10. November 2014

The feeling of being home

[english version below]



Hallo ihr Lieben!
Immer noch kann ich euch sonnige Grüße übersenden denn davon, dass hier November ist, merkt man noch nicht allzu oft etwas. Meistens ist es sehr sonnig und tagsüber auch warm. Nachts dagegen wird es sehr kalt – und es wird hier früh Nacht. Vielleicht fühlt es sicher aber auch nur kälter an als es tatsächlich ist, denn irgendwie möchte ich nicht wahr haben, dass es auch in Italien Winter werden könnte. Das Gute ist jedoch, dass ich diesmal in einem wunderbaren Haus wohne, wo die Fenster und Türen dicht sind, alle Heizungen, Duschen und so weiter funktionstüchtig und als ich anfragte, wann die Heizung angemacht würde, da mir abends doch recht kalt sei, wurde sie sofort eingeschaltet. Derart von häuslichen Sorgen verschont kann ich die Zeit hier also genießen und gerade in den letzten beiden Wochen konnte ich das tun. Die Prüfungen sind ja noch ein Weilchen hin und so tue ich noch nicht allzu viel für die Uni und die Vorlesungen stellen mehr eine Art Unterbrechung meines Alltags dar. Unterbrechungen übrigens, die weniger werden, denn gerade gab es eine Umstellung der Stundenpläne und einer meiner neuen Kurse ist so schlecht besucht, dass es scheint als würde der Kurs nicht stattfinden und ich könnte stattdessen eine Hausarbeit (auf Italienisch, natürlich) schreiben – aber immerhin heißt es weniger Präsenz in der Uni und mehr frei zu gestaltende Zeit.
Statt mich also um Nebensächlichkeiten wie die Uni zu kümmern, beschäftige ich mich lieber mit anderen Dingen. Am Samstag, den 18. Oktober, war ich zum ersten Mal mit der Studentenorganisation ESN unterwegs. Von ISF und AEGEE war ich ja schon überzeugt, die machen ihre Sache beide gut (und ich glaube, sie in diesem Blog auch schon erwähnt zu haben), nun also ESN, die ich noch aus Rom kannte. Aber was für ein Unterschied! Ich mochte die römischen ESNler recht gern, aber diese hier sind vollkommen chaotisch. Ein Gerücht besagt, dass sie tatsächlich Probleme haben und kürzlich geschlossen und neu gegründet wurden – verständlich. 
An sich war die Fahrt gut, wir besuchten die wunderbaren Orte Monteriggioni, San Gimignano und Certaldo, doch war die Fahrt auch sehr nervenaufreibend, weil die Organisatoren oft nicht wussten, wo es lang ging, nichts richtig geplant war und wir ständig warten mussten. Nächstes Mal halte ich mich wieder an ISF und AEGEE!
Doch für die nächsten beiden Wochen standen mitnichten weitere Reisen an – meine Eltern kamen mich besuchen, mal gucken, wie sich das Töchterchen so in der Fremde schlägt und außerdem bei der Gelegenheit bemängeln wie dünn ich doch geworden sei – wahnwitzig, immerhin ist das hier Italien. Trotzdem machten sie es sich zur Pflicht meinen Vorratsschrank aufzufüllen und mich auch ansonsten bei jeder Gelegenheit zum Essen aufzufordern. Doch auch abgesehen vom Essen war es natürlich toll, sie hier zu haben. Ich konnte ihnen meine neue Heimat zeigen und gemeinsam unternahmen wir auch Neues, wie auf die Kuppel und den Campanile des Doms zu klettern und die sagenhafte Aussicht zu bewundern. 
Da die beiden mit dem Auto angereist waren, konnten wir das Wochenende auch für Touren in die Umgebung nutzen. Als erstes ging es nach Assisi, wo wir nach der gewaltigen Doppelkirche des Franz von Assisi eine heiße Schokolade genossen. Apropos Schokolade: Wir fuhren anschließend auch noch nach Perugia, wo den gesamten Oktober das Schokoladenfestival „Eurochocolate“ stattfand – durch die gesamte Stadt zogen sich Stände mit Schokolade in allen Formen, Farben und Varianten – und meist kann man auch gratis-Proben erhalten, sodass man am Ende gar keine Lust mehr auf die tatsächlich käuflich erworbene Schokolade hat. Zum Glück hält eine solche Übersättigung mit Schokolade nie lange an! 
 Doch damit nicht genug – gleich am nächsten Tag fuhren wir wieder los, diesmal nach Lucca. Die Stadt ist hinreichend für ihren mittelalterlichen Charme bekannt, den auch wir genossen, während wir uns im Gewirr der kleinen Gässchen verliefen, Cappuccino tranken und uns auf der Piazza del’Amfiteatro ein ausführliches italienisches Mittagessen gönnten. Lucca ist zwar recht klein, aber dennoch wirklich bezaubernd.
Am Sonntag ging unsere Tour weiter, zunächst nach Siena. In Siena war ich schon des Öfteren, mit Erasmus aber auch mit meiner Familie, doch die Stadt ist so schön, dass sie uns immer wieder anzog. Auch dieses Mal wurden wir nicht enttäuscht, wir begannen sogleich mit dem Dom, der ein weitläufiger Gebäudekomplex ist. Wir besuchten eine Aussichtsplattform, ein zugehöriges Museum, die Kirche selbst und den Lesesaal. Vor allem der Dom besticht dabei durch seine Ausstattung, Säulen und kunstvolle Gemälde. Nach Kirche fühlte sich das zwar weniger an, in jedem Fall aber war sie wunderschön anzusehen. Anschließend besuchten wir noch das berühmte Café Nannini, wo wir die Spezialität „Panforte“ probierten – nußig, süß und lecker. 
 Anschließend fuhren wir weiter nach San Gimignano, noch eine mittelalterliche Stadt mit vielen Wohntürmen. Erneut musste hier weltmeisterliches Eis probiert werden, doch auch verschiedene Kekse fielen uns zum Opfer, ehe wir spät abends wieder nach Hause kamen.
Und dann hatte ich leider wieder Uni, sodass wir ins den nächsten Tagen wenig unternahmen, jedoch gemütlich in Cafés saßen, Apfelpfannkuchen buken und uns generell eine schöne Zeit machten. Erst als ich am Donnerstag wieder mehr Zeit hatte besuchten wir die beiden großen florentiner Kirchen „Santa Croce“ und „Santa Maria Novella“. Vor allem die erste ist wunderschön und beinhaltet eine erstaunlich große Zahl an Gräbern bedeutender Persönlichkeiten, wie beispielsweise Machiavelli, Michelangelo und auch Dante hat hier ein Grabmal obwohl er seine letzte Ruhestätte in Ravenna gefunden hat. Auf der Piazza Santa Croce fand dabei zufällig zeitgleich ein Markt statt, auf dem internationale Lebensmittel feil geboten wurden und wir kauften eine Unmenge an sizilianischen Süßigkeiten (warum Sizilien auch international ist weiß ich zwar nicht… aber es war lecker, also will ich nicht meckern). Das Beste war jedoch sicherlich, dass ich somit auch meine Eltern an meinem Geburtstag da hatte. Auch mein Freund war eigens zu dieser Gelegenheit aus Rom angereist, sodass ich einen wunderbaren Geburtstag verbrachte. Der Tag selbst begann zwar mit ärztlichen Untersuchen a là Blutabnahme, aber danach wurde es nur noch besser: Cappuccino zum Frühstück, ein bisschen Sightseeing in San Lorenzo und im Palazzo Pitti sowie den Boboli-Gärten, Pizza und Tiramisu sowie abends eine kleine Feier bei einem Aperitivo mit all meinen neuen Bekanntschaften – Danke, ihr Lieben, für den tollen Abend! 
Der Freitag war dann traurig, meine Familie fuhr nach Hause und da war es eine große Erleichterung, mich nachmittags noch mit Iga treffen zu können. Diese kam zu mir und gemeinsam buken wir Apfelkuchen und machten uns einen schönen Abend. Auch am nächsten Tag buk ich fleißig weiter, diesmal Schokomuffins mit der Italienerin Valentina, sehr lecker. Vor allem der Sonntag war ein viel beschäftigter Tag, ich traf mich mit der deutschen Jana, mit der ich ins Museum wollte. Es war immerhin wieder der erste Sonntag im Monat und so war der Eintritt in die Museen gratis, was wir zu nutzen gedachten. Als erstes waren wir ins der Galleria dell’Accademia, wo das Original der David-Statue Michelangelos zu sehen ist. Abgesehen vom David ist die Galleria leider nicht besonders aufsehenerregend, sodass wir nach einer Pizza gleich weiter zu den Medici Kapellen gingen – die nun wirklich sehr beeindruckend sind. Düster, durchaus, aber beeindruckend. Zufällig traf ich dort auch Elisabeth, eine weitere Deutsche aus Bonn. Mit ihr war ich noch auf dem Markt in Santa Croce, ehe ich schließlich Iga wiedertraf und mit ihr in die Oper ging: „Cavalleria rusticana“ – es war wundervoll. 
 Die folgende Woche war sehr ruhig, mein Stundenplan ändert sich gerade und einige Kurse pausieren für eine Woche, sodass ich recht viel Zeit hatte. Der vergangene Freitag gestaltete sich noch einmal als sehr angenehm, das ISF International Dinner fand statt. Als deutsches Gericht brachte ich einen Kartoffelsalat mit und auch über 80 andere hatten landestypische Gerichte dabei, sodass wir – eine Gruppe von über 200 Leuten – ordentlich zuschlagen konnten. Es war köstlich. Und die anschließende Party wirklich gut, ISF hatte sogar einen Artisten beauftragt, der einen atemberaubenden Auftritt hinlegte. Der Rest des Wochenendes ist nun ruhiger, immerhin muss ich bei all dem Trubel ja auch noch mal etwas für die Universität tun.
So war ich im Großen und Ganzen im  vergangenen Monat sehr gut beschäftigt und nun bin ich nun schon zwei Monate hier und habe es kaum bemerkt. Aber wie bereits zu Anfang gesagt, habe ich mich schnell hier zuhause gefühlt und hatte auch ansonsten wenig Schwierigkeiten, einmal abgesehen von dem universitären Chaos. Mittlerweile habe ich auch eine Mensa-Karte, aber die ist dann doch eher enttäuschend, vor allem verglichen mit der in Rom. Generell fallen mir viele Unterschiede zwischen Florenz und Rom auf. Da wäre natürlich der Dialekt, der einem sofort auffällt, aber auch in anderen Dingen sind die Städte recht unterschiedlich. Rom hat ein ganz eigenes Lebensgefühl, das Florenz völlig abgeht. Die Stadt ist so voller Touristen, dass das italienische Flair vollkommen fehlt. Tatsächlich sind es derart viele Touristen, dass man im Zentrum nur noch auf Englisch angesprochen wird, selbst als Italiener, wie Riccardo bewies. Mit Sicherheit kommen hier auf jeden Florentiner fünf Touristen. In Rom waren auch die Menschen offener, kamen eher auf mich zu und es fiel leichter Kontakte zu knüpfen, in Florenz dagegen ist die Atmosphäre irgendwie steril und anonym, das kann auch die Vielzahl an Kunst und Museen nicht wettmachen. Insgesamt kann ich daher sagen, dass ich Rom als Stadt und Lebensraum eindeutig vorziehe. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich Rom von Anfang an lieber mochte und es überhaupt mein erstes Erasmus war – und das ist vermutlich einfach nicht zu überbieten. Ich möchte deswegen nicht sagen, dass Florenz eine schlechte Stadt ist, unter touristischen Aspekten ist sie sicherlich interessant und auch durchaus schön anzusehen, das Essen ist lecker, das Wetter gut – aber es ist nicht meine Stadt. Trotzdem – bevor ihr euch hier Sorgen macht – geht es mir sehr gut und ich habe nette Menschen kennen gelernt, mit denen ich die Zeit verbringe – und auch ihr seid mit jederzeit herzlich Willkommen. Außer vielleicht zu Weihnachten, denn die Flüge sind schon gebucht – und dann können wir uns in Deutschland sehen ;)  
Bis bald!

Hey you!
Still I can send you sunny greetings, because you don’t even realise that it’s November here. During daytime it’s mostly sunny and warm. But in the night it gets cold – and here it gets night pretty early. But it might just feel colder than it actually is because I’m kind of refusing to accept that even in Italy it’ll become winter at a point. But on the plus side I’m living in a wonderful house where doors and windows close properly, radiators, showers and so on are fully functioning and when I asked when the radiator would be turned on since I was feeling cold in the evenings they got turned on immediately.
Spared by domestic concerns I can fully enjoy my time here, which I do. It’s still a while until the exams will start, so I’m not really learning yet and university is more an interruption to my every-day-life. Interruptions, by the way that get less, since the schedule is changing just now and one of my new classes is visited that little that the professor is thinking about not teaching the class at all and I’m to write a term paper (in Italian, obviously) instead – but that means spending less time at university and more time to be arranged freely by me.
Instead of taking care of negligibilitys like university, I enjoy doing lots of other things. On Saturday, October 18th, I went for the first time on a trip with ESN. I already liked ISF and AEGEE (and I think I already mentioned them in this blog), so now it was time to try ESN, whom, I already knew from my Rome-Erasmus. But what a difference! I really liked the ESN guys from Rome, but the people here are quite chaotic. Rumour has it that they have been closed down due to problems and just recently have been refunded – comprehensible.
 The trip was nice, we’ve been to such wonderful places as Monteriggioni, San Gimignano and Certaldo, but it was exhausting, too, because the organisers where a bit planless, it was chaotic and we spend much time simply waiting. Next time I’ll choose ISF and AEGEE again!
But for the next two weeks I didn’t travel much – my parents came over, visiting me, checking how their daughter was doing far away from home and criticising how thin I’ve gotten – crazy, this is Italy! Nonetheless they filled my larder up and tried to make me eat more and more at every occasion. But it was great having them here anyhow! I was able to show them my new home and we did lots of things together, of which some where new to me to, like climbing on the cupola and bell tower of the dome, where we admired the marvellous view. 
 And since they’d come by car we could do some tours on the weekend. We started in Assisi, where after seeing the huge double-church of Francis of Assisi, we had a hot chocolate.
 Speaking of chocolate: After that we drove to Perugia, where there’s the chocolate festival “Eurochocolate” all October long – in the entire city there are booths that offer chocolate of all flavours, shapes and colour. At most of them you can taste a bit for free so that in the end you don’t even feel like trying all the chocolate you bought – but luckily, one can never have too much chocolate!
But that was just the beginning – the next day we drove off again, this time heading for Lucca. The town is quite famous for his medieval charms, which we enjoyed while strolling through the small streets, had a cappuccino and a real Italian meal on the Piazza del’Amfiteatro. Lucca may be small, but it’s absolutely charming.  
Sunday we continued travelling, first to Siena. I’ve been to Siena several times, with Erasmus and my family, too, but the city is so lovely that it always attracts us. Again, we haven’t been disappointed. We got started with the dome, which is a huge group of buildings. We’ve been to the viewing balcony, a museum, the church itself and the reading room. Especially the dome is marvellous with its columns and paintings. It doesn’t really feel like a church, more like museum, but it’s definitely beautiful. After that we visited the famous Café Nannini, where we tried the delicacy “Panforte” – nattily, sweet and delicious. Furthermore we drove to San Gimignano, another medieval town famous for its residence towers. We had to try the world champions ice cream and some typical biscuits, before going home in the late evening.
After that, of course, I had to continue university, so that we didn’t do much the following days, basically just hanging around in cafés, baking apple pancakes and generally having a nice time. Only on Thursday I had more time, which we used by visiting the two famous Florentine churches “Santa Croce” and “Santa Maria Novella”. Especially the first of the named is beautiful and there are many tombs of famous people like Machiavelli, Michelangelo and even Dante has a tomb here, though he’s buried in Ravenna. On Piazza Santa Croce there was a market with international food and we bought a whole lot of Sicilian sweets (why Sicily is “international” I don’t know... but it was tasty, so I don’t wanna mock about it!).
But the best about all this was that I could spend my birthday with my parents. Also my boyfriend came over from Rome, which means I had a perfect day. Unfortunately, though, I had a bad start off since I had to do some medical examination, getting my blood checked. But after that it got only better: Cappuccino for breakfast, some sightseeing at San Lorenzo and Palazzo Pitti plus the Boboli gardens, Pizza and Tiramisu and in the evening a little party at an Aperitivo with my newly met friends – thanks to everybody for the wonderful evening! 
 Friday was a sad day because it was the day my family left. Thus it was really nice that I met Iga in the evening and baked an apple cake with her. The next day I continued baking, this time with the Italian girl Valentina, chocolate muffins – delicious. Sunday was really busy, I met the german girl Jana, with whom I wanted to visit a museum. It was the first Sunday in the month, so we wanted to use the free entrance. First we’ve been to the Galleria dell’Accademia, where you’ll find the original David of Michelangelo. 
 But apart from that the museum is rather disappointing, so after a Pizza we headed for the Medici chapels which where stunning. Dark, yes, but really stunning. By chance I met Elisabeth there, another German student from Bonn. Together we’ve been to the market at Santa Croce. Then it was time for meeting Iga with whom I went to the opera: “Cavalleria rusticana” – it’s been marvellous.
The following week was really calm, my scheduling is changing right now and some classes pause for a week. Last Friday has been awesome, it was ISF International Dinner. As a german dish, I made potato salad and more than 80 other people had also prepared dishes of their nations so that we – a group of more than 200 students – could gourmandise this fine dinner. It was delicious! And afterwards there’s been a party with a performer who delivered a breathtaking show. The rest of the weekend is calmer now, after all of that I finally need to do something for university.
Generally speaking I’ve been quite busy this month and thus I’ve already spend two months here without even realising it. As said in the beginning I felt at home here soon and had little difficulties, except the chaos at university. Meanwhile I got myself a Mensa-card, but that’s a little disappointment, especially when compared to the roman Mensa. Altogether there are some differences between Rome and Florence which I have noticed. There’s of course the dialect, which you hear at once, but there’s more to it. Rome has a totally different attitude towards life, which I’m missing in Florence. The city is so crowded by tourists that the Italian flair is missing at all. Actually, there are that many tourists that in the centre you’re automatically addressed in English, even as an Italian, as proven by Riccardo. Surely, for each Florentine habitant there are five tourists. In Rome people are more open-minded, it was easier getting in touch with them and making friends. But in Florence the atmosphere is colder, more anonymous, which can’t be balanced by all the art and museums. At large I can thereby say that I prefer Rome over Florence. But that might be because from the beginning on I liked Rome more and it was my first Erasmus – and there’s no way of surpassing that. I don’t want to say this city is not nice, for a tourist it sure is: It’s interesting and beautiful to look at, the food is good and so is the weather. Nonetheless – before you folks get worried – I’m fine, I met wonderful people with whom I spend my time – and you are also very welcome here any time. Just, maybe not for Christmas, because I already booked my flights home for that period – so we’ll see each other in Germany then ;)
See you around!


Besuchszeiten / Visiting time
Meine Ankunft / My arrival:  11 September 2014
Weihnachten / Christmas:      19 December 2014 – 12 January 2015
Besucher / Guests:                 22 – 29 January 2015
Rückkehr / Return:                 27 February 2015

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wenn einer eine Reise tut...



[english version below]

Sonnige Grüße an sonnige Gemüter!
In der Tat, es ist sonnig hier, sehr warm und sonnig und das weiß ich durchaus zu schätzen und zu nutzen! Natürlich, sofern ich nicht gerade in der Uni hocke, die vor drei Wochen begonnen hat – was chaotisch genug gewesen ist.
Immerhin ist es leicht gewesen, die Kurse zu finden, die ich brauchte, wenn auch nicht alle, die, die ich wollte, in diesem Semester verfügbar sind. Aber dennoch konnte ich drei Literatur-Kurse belegen: Deutsche, Italienische und Englische Literatur. Ich komme mit ihnen allen – obwohl samt und sonders auf Italienisch unterrichtet – recht gut klar und zum Glück habe ich auch schon Bekanntschaften in allen dreien geschlossen. Vor den mündlichen Prüfungen graut mir dennoch – aber das hat ja noch Zeit ich bin tatsächlich schon fleißig am lernen! Das ist hier immerhin nötig, da der Unterricht ausschließlich darin besteht, dass die Studenten mitunter wortwörtlich (!) mitschreiben und in der Prüfung reproduzieren. Nebenher werden dann noch gefühlte 50 Bücher gelesen… Von Florenz werde ich so wenig mitbekommen, fürchte ich!
Die Einschreibung zuvor war reichlich komplex, es gab gleich mehrere Informations- und Willkommensveranstaltungen doch das einzig nützliche war das gratis Frühstück bei einer dieser Veranstaltungen, ansonsten waren die alle nicht sehr hilfreich und es hat eine ganze Weile gedauert – doch seit letzten Freitag bin ich offiziell an der Universität Florenz eingeschrieben – jetzt müssen sie mich nur noch online freischalten – „nur noch“. Aber „con calma“, nach und nach  funktioniert das schon! Meine Mensa-Karte hab ich immerhin schon!
Reden wir doch lieber über schöne Dinge – Reisen, zum Beispiel! Das habe ich nämlich sehr ausgiebig getan. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rom, Capodimonte und Orvieto… und nicht nur ich bin gereist, auch Nathalie und Dana reisten – zu mir (=
Dabei ist es gar nicht immer notwendig, zu reisen, um tolle Dinge zu erleben, auch in Florenz geschehen die spannendsten Dinge. An jeder Ecke lauern Straßenkünstler, schon mehrfach habe ich Paraden durch die Stadt in historischen Kostümen gesehen aber auch Überschwemmungen von bedrohlichem Ausmaß. Dann doch lieber Cinque Terre, dort ist es wenigstens hübsch!
Ich bin mit ISF in den Cinque Terre gewesen, zum Teil weil alle Menschen so sehr von diesen fünf Orten schwärmen, zum anderen, weil ich Menschen hier kennen lernen wollte. In beiden Fällen wurden meine Erwartungen regelrecht übertroffen. Noch vor der Abfahrt lernte ich die polnische Architektur-Studentin Iga kennen, mit der ich mich ausgezeichnet verstehe. Auch die Cinque Terre – von denen wir vier besuchten – waren traumhaft schön. Die ersten drei suchten wir mit dem Zug auf. Die Hafenstädte ähneln sich schon ein wenig, überall Fischer, Strände und bunte Häuser und dennoch verzauberte mich jedes aufs Neue. Es gab aber auch interessante Menü-Karten, solche, auf denen „Kinder“ angeboten wurden (gemeint war Kinder-Schokolade) oder die Liedzeile einer gewissen schwedischen Pop-Band zu lesen waren: „Mamma mia, how could I resist you?“ Vom vorletzten in den letzten Ort ging es schließlich nicht per Zug sondern zu Fuß durch die Berge. Das war wirklich, wirklich anstrengend – aber auch unglaublich schön. Und am Ende der zweistündigen Kraxelei wartete das herrlich warme und erfrischende Meer auf uns, indem wir baden konnten. Nur schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten!
Gleich am nächsten Tag ging es weiter, wieder mit Iga, ISF und einer Menge gute Laune. Ziele für diesen Tag: Siena und Monteriggioni. Siena ist eine wundervolle mittelalterliche Stadt, die ich zwar schon drei Mal besucht habe, die mir aber so gut gefällt, dass nichts gegen einen vierten Besuch sprach – und ich wurde nicht enttäuscht. Es war ein herrlicher Tag, ich hatte Cappuccino, Pizza und Eis, ganz zu schweigen von der hervorragenden Gesellschaft und der schönen Stadt. Doch damit noch nicht genug! Am Nachmittag ging es mittelalterlich weiter, diesmal mit einer wirklich gut erhaltenen Burg mit ebenfalls erhaltenem Ort drum herum. Dort war es zwar klein, aber absolut traumhaft schön und nach einer Besichtigung des Ortes gönnten wir uns erst mal einen Kaffee. Dann ging es zurück nach Florenz und am nächsten Tag sollte die Uni losgehen – dabei war ich doch gerade so erschöpft von den Reisen!
Ich hatte dann aber Glück, die Uni war so chaotisch, dass sie ihren eigenen Start um eine Woche nach hinten verlegen musste und ich konnte mich um die Karte für meine italienische Steuernummer kümmern, Team-Mitglied bei ISF werden und – auch das musste sein – meine Hausarbeit für Bonn fertig schreiben. Am darauf folgenden Wochenende war ich nämlich schon wieder unterwegs, gemeinsam mit Iga fuhr ich zu Riccardo nach Rom. Dort ging es absolut klischeehaft italienisch zu: Wir aßen Unmengen an Eis und Pizza (immer wieder von seiner Oma dazu aufgefordert, mehr zu essen) und versuchten so viel von Rom zu sehen, wie in einem Tag nur möglich war. Immerhin war Iga noch nie in Rom gewesen und ich kann ohnehin nie genug von meiner liebsten Stadt Italiens bekommen. Wieder dort zu sein machte mir klar, wie sehr ich diese Stadt doch mag – und dass es mich ein klein wenig traurig macht, in Florenz und nicht in Rom zu leben. Florenz ist natürlich auch schön – aber an Rom hängt doch eben mein Herz.
Dennoch blieben wir nicht in Rom, spät am Abend brachen wir nach Capodimonte am Lago di Bolsena auf, wo Riccardos Familie eine Eigentumswohnung besitzt. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir dort, schwammen im See, sahen uns die umliegenden Orte Marta und Montefiascone an. 
 Doch Sightseeing war hier nicht so wichtig, hauptsächlich verbrachten wie schöne Stunden gemeinsam – und aßen eine Menge Pasta. Abschließend ging es nach Orvieto und in den beeindruckenden Dom, ehe wir leider wieder zurück mussten. So schön die Zeit bei Riccardo auch gewesen war, wie immer war sie viel zu schnell vergangen.
Nun aber ging die Uni tatsächlich los. Wie bereits erwähnt komme ich ganz gut mit den Vorlesungen zurecht, doch die italienische Universität ist teuer und erfordert den Kauf von gut 20 Büchern für ein einziges Semester. Es ist tatsächlich auch chaotischer als ich gedacht hatte. Da Florenz nördlich von Rom liegt ging ich von mehr Organisation aus, doch dem ist ganz und gar nicht so. Hier ist es mindestens ebenso chaotisch, sowohl was die Uni, als auch was alles andere betrifft (sie trauen sich hier immerhin, Busfahrpläne aufzuhängen, doch das heißt nicht, dass du Busfahrer sich auch daran halten). Durch die Uni habe ich nun freilich weniger Zeit für Reisen, aber auch die Möglichkeit, Studenten kennen zu lernen – wie Jana, die mit mir in italienischer Literatur sitzt. Doch musste ich auch gar nicht selbst reisen: Nathalie und Dana kamen mich besuchen (=
Sie kamen einem Donnerstagabend im Oktober an, müde von der Reise, sodass wir nur etwas zusammen essen gingen und alles weitere auf den nächsten Tag verlegten. Dann waren wir aber auch tatsächlich touristisch unterwegs, besuchten alle die bedeutenden Monumente und aßen Pizza und Eis. Die nächsten Tage wurden ruhiger, wir trafen uns bei mir um Pasta alla Carbonara zu kochen, auf meiner Terrasse zu sitzen und lange Unterhaltungen über Gott und die Welt zu führen und gemütlich durch die Stadt zu bummeln. Aber wir besuchten auch die Galleria degli Uffizi und den Palazzo Vecchio und sagen so die berühmte "Geburt der Venus". 
 Am Montag hatten wir weniger Zeit, denn ich musste wieder zur Universität, aber dennoch trafen wir uns in den Pausen und machten uns eine schöne Zeit – es war ein wunderbares Gefühl, ein bisschen Heimat in der Ferne zu haben. Aber schließlich mussten auch die beiden wieder zurück – und ich machte mich wieder ans Reisen, gleich am nächsten Wochenende besuchte ich zwei der ehemaligen Villen der Familie Medici, die vor allem durch ihre Gärten bestachen. Traumhaft!
Ihr seht also, ich bin tatsächlich beschäftigt hier und das nicht nur wegen der Uni. Einen Monat bin ich nun schon hier und habe dabei kaum bemerkt, wie die Zeit vergangen ist – wenn das so weiter geht, bin ich wieder in Deutschland und werde dabei gar nicht wissen, wie mir geschehen ist. Aber wenn ihr es bis dahin schafft, mich zu besuchen, würde ich mich sehr freuen! Als nächstes freue ich mich auf den Besuch meiner Eltern, die am kommenden Wochenende zu meinem Geburtstag vorbeischauen werden – und dann werde ich sicher wieder eine Menge Dinge erleben und sehen! Ich erzähl euch davon! Bis bald!

Sunny greetings to you!
Truly, it’s really sunny here, very warm and sunny, and I’m really glad about it and making the best out of it! Of course only, when I’m not stuck at the university, which started three weeks ago – and is pure chaos.
At least it was easy to find the classes, which I need, though I couldn’t take all of those, which I wanted, since they’re not all available this summer. Nonetheless, I took three literature-classes: German, Italian and English literature. And though they’re all taught in Italian, I get along quite well and I also met some people during classes. But I’m really afraid of the oral exams – thus, I’m already studying. This is really necessary, since the lessons are nothing but listening to the professors, writing everything down and reproduce it in the exam. Plus, I’ve got to read what feels like 50 books... this way, I’m not going to see much of Florence!
The university enrolment was truly complex, there were many information- and welcome-events, but the only useful thing was the breakfast for free. For the rest, they weren’t helpful at all and it took me quite a while to get my matriculation – but since last Friday I’m officially a student of Florence university – they only have to unlock my online account – “only”. But “con calma”, bit by bit it’ll work out! At least I’ve got my Mensa-Card!
But let’s talk about nice things – travelling, for example! I’ve been doing that a lot. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rome, Capodimonte and Orvieto… and not only I have been travelling but also Nathalie and Dana travelled – to me (=
But it’s not at all costs necessary to travel in order to experience something awesome in Florence. There are street performer everywhere, parades in historical outfits but also flooded streets that looked quite scary. So let’s get back to the good stuff!
I travelled with ISF to Cinque Terre, partly, because everybody keeps on telling me how lovely it’s there, partly because I wanted to get to know people. In both cases my expectations have been excelled. Even before leaving Florence I met the polish architecture student Iga, who I like a lot. But also the Cinque Terre – of which we visited four – were absolutely marvellous. To the first three towns we went by train. Those harbour towns were quite similar; fishermen, beaches and colourful houses everywhere, but all of them very pretty. Plus, there were some really funny menus, reading “Mamma mia, how could I resist you?”, reminding me of some Swedish musicians. From the next-to-last village to the last we didn’t take the train but went on foot. It was really, really, REALLY exhausted, but very beautiful, too. After two hours of mountain climbing the wonderfully warm and refreshing ocean expected us, in which we took a bath. A shame, that we didn’t have more time!
I went on the very next day, again with Iga, ISF and in a good mood. Destination for this day: Siena and Monteriggioni. Siena is a wonderful middle-aged city, which I have visited three times already, but I like it that much, that I was absolutely in for a fourth time – and I didn’t get disappointed. It was a wonderful day, I had Cappuccino, Pizza and Gelato, not to mention the awesome company and the beautiful city.
 But this wasn’t even everything! In the afternoon we drove to a middle-aged but really good conserved castle. It was small, but very beautiful and after visiting it, we had some coffee. In the evening we drove back to Florence, since the next day was meant to be the university-start – and I was so exhausted from the lots of travelling!
But I was lucky, university was that chaotic, that they postponed the start for a week. I used the time and took care of my Italian fiscal code, became stuff member at ISF and finished my term paper for Bonn university. The next weekend I was off and away again: Together with Iga I drove to Riccardo to Rome. Rome was the absolute Italian cliché: We ate a whole lot of Gelato and Pizza (always invited by his grams to eat even more) and tried to see as much of Rome as possible in one day. Iga had never been to Rome and I can never get enough of my favourite Italian city! Being there again showed me how much I love this city – and that it makes me a little sad to live in Florence and not in Rome. Of course Florence is beautiful – but my heart is set on Rome. 
Nonetheless we didn’t remain in Rome, at the late evening we went off to Capodimonte at the Lago di Bolsena, where Riccardo’s family owns a flat. We spent the next two days there, swimming in the lake and visiting the towns close by, Marta and Montefiascone. We didn’t really do much sightseeing, but we had a lovely time together and ate a lot of Pasta. In the end, we went to Orvieto, visited the dome, before we had to go back. As much as I enjoyed the time with Riccardo, it has been over way to fast!
But now the university got actually started. As already mentioned, I get along with the classes quite well, but Italian university is expansive and requires the purchase of about 20 books for one term only. It’s still way more chaotic than I had thought. Since Florence is located northern of Rome, I had expected more organisation, but that was wrong. It’s just as chaotic as Rome, not only the university but also everything else (they dare to have timetables for the busses here, but that doesn’t mean that the bus drivers bother to respect them). Due to the university I have less time for travelling, but I have the possibility to meet other students – like Jana, who visits Italian literature with me. But I don’t have to travel all the time myself: Nathalie and Dana visited me (=
They arrived on a Thursday evening in October, tired from the journey, and thus we just went for supper and then to bed. But the next day we have been quite touristic, visited all the important monuments and ate Pizza and Gelato. The next days were calmer, we met at my place and cooked Pasta alla Carbonara, sat on my balcony and talked about all and nothing and did a little shopping in the city. Furthermore we went to the Gallery of the Uffizi and Palazzo Vecchio. 
Monday I had to go to university again, but we met during my breaks and had a great time – it was such a wonderful feeling, having a bit of home in Florence. But of course, then, they had to return and I started to travel again – the next weekend I’ve been to two former mansions of the Medici family, with really beautiful gardens. Gorgeous!
So, you see, I’m really busy here, not just due to university. It’s already been a month since I arrived and I hardly noticed the time passing – if it goes on like that, I’ll return to Germany within the blink of an eye. But when you wanna visit me, I’d be very glad! Next, I’m looking forward to the visit of my parents, who will be here for my birthday – and I’m sure we’re going to see and do a lot of things! I’m going to tell you all about it! See you!




Besuchszeiten / Visiting time
Meine Ankunft / My arrival:  11 September
Gäste / Guestes:                   19 – 31 October
Weihnachten / Christmas:      Da bin ich zuhause / Will be spend at home (19 December - 11 January)
Rückkehr / Return:                Ende Februar / End of February