[english version below]
Sonnige Grüße an sonnige Gemüter!
Sonnige Grüße an sonnige Gemüter!
In der Tat, es ist sonnig hier, sehr warm und sonnig und
das weiß ich durchaus zu schätzen und zu nutzen! Natürlich, sofern ich nicht
gerade in der Uni hocke, die vor drei Wochen begonnen hat – was chaotisch genug
gewesen ist.
Immerhin ist es leicht gewesen, die Kurse zu finden, die
ich brauchte, wenn auch nicht alle, die, die ich wollte, in diesem Semester
verfügbar sind. Aber dennoch konnte ich drei Literatur-Kurse belegen: Deutsche,
Italienische und Englische Literatur. Ich komme mit ihnen allen – obwohl samt
und sonders auf Italienisch unterrichtet – recht gut klar und zum Glück habe
ich auch schon Bekanntschaften in allen dreien geschlossen. Vor den mündlichen
Prüfungen graut mir dennoch – aber das hat ja noch Zeit ich bin tatsächlich
schon fleißig am lernen! Das ist hier immerhin nötig, da der Unterricht
ausschließlich darin besteht, dass die Studenten mitunter wortwörtlich (!)
mitschreiben und in der Prüfung reproduzieren. Nebenher werden dann noch
gefühlte 50 Bücher gelesen… Von Florenz werde ich so wenig mitbekommen, fürchte
ich!
Die Einschreibung zuvor war reichlich komplex, es gab
gleich mehrere Informations- und Willkommensveranstaltungen doch das einzig
nützliche war das gratis Frühstück bei einer dieser Veranstaltungen, ansonsten
waren die alle nicht sehr hilfreich und es hat eine ganze Weile gedauert – doch
seit letzten Freitag bin ich offiziell an der Universität Florenz
eingeschrieben – jetzt müssen sie mich nur noch online freischalten – „nur
noch“. Aber „con calma“, nach und nach
funktioniert das schon! Meine Mensa-Karte hab ich immerhin schon!
Reden wir doch lieber über schöne Dinge – Reisen, zum
Beispiel! Das habe ich nämlich sehr ausgiebig getan. Cinque Terre, Siena,
Monteriggioni, Rom, Capodimonte und Orvieto… und nicht nur ich bin gereist,
auch Nathalie und Dana reisten – zu mir (=
Dabei ist es gar nicht immer notwendig, zu reisen, um
tolle Dinge zu erleben, auch in Florenz geschehen die spannendsten Dinge. An
jeder Ecke lauern Straßenkünstler, schon mehrfach habe ich Paraden durch die
Stadt in historischen Kostümen gesehen aber auch Überschwemmungen von
bedrohlichem Ausmaß. Dann doch lieber Cinque Terre, dort ist es wenigstens
hübsch!
Ich bin mit ISF in den Cinque Terre gewesen, zum Teil
weil alle Menschen so sehr von diesen fünf Orten schwärmen, zum anderen, weil
ich Menschen hier kennen lernen wollte. In beiden Fällen wurden meine
Erwartungen regelrecht übertroffen. Noch vor der Abfahrt lernte ich die
polnische Architektur-Studentin Iga kennen, mit der ich mich ausgezeichnet
verstehe. Auch die Cinque Terre – von denen wir vier besuchten – waren
traumhaft schön. Die ersten drei suchten wir mit dem Zug auf. Die Hafenstädte ähneln
sich schon ein wenig, überall Fischer, Strände und bunte Häuser und dennoch
verzauberte mich jedes aufs Neue. Es gab aber auch interessante Menü-Karten,
solche, auf denen „Kinder“ angeboten wurden (gemeint war Kinder-Schokolade)
oder die Liedzeile einer gewissen schwedischen Pop-Band zu lesen waren: „Mamma
mia, how could I resist you?“ Vom vorletzten in den letzten Ort ging es
schließlich nicht per Zug sondern zu Fuß durch die Berge. Das war wirklich,
wirklich anstrengend – aber auch unglaublich schön. Und am Ende der
zweistündigen Kraxelei wartete das herrlich warme und erfrischende Meer auf
uns, indem wir baden konnten. Nur schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten!
Gleich am nächsten Tag ging es weiter, wieder mit Iga,
ISF und einer Menge gute Laune. Ziele für diesen Tag: Siena und Monteriggioni.
Siena ist eine wundervolle mittelalterliche Stadt, die ich zwar schon drei Mal
besucht habe, die mir aber so gut gefällt, dass nichts gegen einen vierten
Besuch sprach – und ich wurde nicht enttäuscht. Es war ein herrlicher Tag, ich
hatte Cappuccino, Pizza und Eis, ganz zu schweigen von der hervorragenden
Gesellschaft und der schönen Stadt. Doch damit noch nicht genug! Am Nachmittag
ging es mittelalterlich weiter, diesmal mit einer wirklich gut erhaltenen Burg
mit ebenfalls erhaltenem Ort drum herum. Dort war es zwar klein, aber absolut
traumhaft schön und nach einer Besichtigung des Ortes gönnten wir uns erst mal
einen Kaffee. Dann ging es zurück nach Florenz und am nächsten Tag sollte die
Uni losgehen – dabei war ich doch gerade so erschöpft von den Reisen!
Ich hatte dann aber Glück, die Uni war so chaotisch, dass
sie ihren eigenen Start um eine Woche nach hinten verlegen musste und ich
konnte mich um die Karte für meine italienische Steuernummer kümmern,
Team-Mitglied bei ISF werden und – auch das musste sein – meine Hausarbeit für
Bonn fertig schreiben. Am darauf folgenden Wochenende war ich nämlich schon
wieder unterwegs, gemeinsam mit Iga fuhr ich zu Riccardo nach Rom. Dort ging es
absolut klischeehaft italienisch zu: Wir aßen Unmengen an Eis und Pizza (immer
wieder von seiner Oma dazu aufgefordert, mehr zu essen) und versuchten so viel
von Rom zu sehen, wie in einem Tag nur möglich war. Immerhin war Iga noch nie
in Rom gewesen und ich kann ohnehin nie genug von meiner liebsten Stadt
Italiens bekommen. Wieder dort zu sein machte mir klar, wie sehr ich diese
Stadt doch mag – und dass es mich ein klein wenig traurig macht, in Florenz und
nicht in Rom zu leben. Florenz ist natürlich auch schön – aber an Rom hängt
doch eben mein Herz.
Dennoch blieben wir nicht in Rom, spät am Abend brachen
wir nach Capodimonte am Lago di Bolsena auf, wo Riccardos Familie eine
Eigentumswohnung besitzt. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir dort, schwammen
im See, sahen uns die umliegenden Orte Marta und Montefiascone an.
Doch
Sightseeing war hier nicht so wichtig, hauptsächlich verbrachten wie schöne
Stunden gemeinsam – und aßen eine Menge Pasta. Abschließend ging es nach
Orvieto und in den beeindruckenden Dom, ehe wir leider wieder zurück mussten.
So schön die Zeit bei Riccardo auch gewesen war, wie immer war sie viel zu
schnell vergangen.
Nun aber ging die Uni tatsächlich los. Wie bereits
erwähnt komme ich ganz gut mit den Vorlesungen zurecht, doch die italienische
Universität ist teuer und erfordert den Kauf von gut 20 Büchern für ein
einziges Semester. Es ist tatsächlich auch chaotischer als ich gedacht hatte.
Da Florenz nördlich von Rom liegt ging ich von mehr Organisation aus, doch dem
ist ganz und gar nicht so. Hier ist es mindestens ebenso chaotisch, sowohl was
die Uni, als auch was alles andere betrifft (sie trauen sich hier immerhin,
Busfahrpläne aufzuhängen, doch das heißt nicht, dass du Busfahrer sich auch
daran halten). Durch die Uni habe ich nun freilich weniger Zeit für Reisen,
aber auch die Möglichkeit, Studenten kennen zu lernen – wie Jana, die mit mir
in italienischer Literatur sitzt. Doch musste ich auch gar nicht selbst reisen:
Nathalie und Dana kamen mich besuchen (=
Sie kamen einem Donnerstagabend im Oktober an, müde von
der Reise, sodass wir nur etwas zusammen essen gingen und alles weitere auf den
nächsten Tag verlegten. Dann waren wir aber auch tatsächlich touristisch
unterwegs, besuchten alle die bedeutenden Monumente und aßen Pizza und Eis. Die
nächsten Tage wurden ruhiger, wir trafen uns bei mir um Pasta alla Carbonara zu
kochen, auf meiner Terrasse zu sitzen und lange Unterhaltungen über Gott und
die Welt zu führen und gemütlich durch die Stadt zu bummeln. Aber wir besuchten
auch die Galleria degli Uffizi und den Palazzo Vecchio und sagen so die berühmte "Geburt der Venus".
Am Montag hatten wir
weniger Zeit, denn ich musste wieder zur Universität, aber dennoch trafen wir
uns in den Pausen und machten uns eine schöne Zeit – es war ein wunderbares
Gefühl, ein bisschen Heimat in der Ferne zu haben. Aber schließlich mussten
auch die beiden wieder zurück – und ich machte mich wieder ans Reisen, gleich
am nächsten Wochenende besuchte ich zwei der ehemaligen Villen der Familie
Medici, die vor allem durch ihre Gärten bestachen. Traumhaft!
Ihr seht also, ich bin tatsächlich beschäftigt hier und
das nicht nur wegen der Uni. Einen Monat bin ich nun schon hier und habe dabei
kaum bemerkt, wie die Zeit vergangen ist – wenn das so weiter geht, bin ich
wieder in Deutschland und werde dabei gar nicht wissen, wie mir geschehen ist.
Aber wenn ihr es bis dahin schafft, mich zu besuchen, würde ich mich sehr
freuen! Als nächstes freue ich mich auf den Besuch meiner Eltern, die am
kommenden Wochenende zu meinem Geburtstag vorbeischauen werden – und dann werde
ich sicher wieder eine Menge Dinge erleben und sehen! Ich erzähl euch davon!
Bis bald!
Sunny
greetings to you!
Truly,
it’s really sunny here, very warm and sunny, and I’m really glad about it and
making the best out of it! Of course only, when I’m not stuck at the
university, which started three weeks ago – and is pure chaos.
At least
it was easy to find the classes, which I need, though I couldn’t take all of
those, which I wanted, since they’re not all available this summer. Nonetheless,
I took three literature-classes: German, Italian and English literature. And
though they’re all taught in Italian, I get along quite well and I also met some
people during classes. But I’m really afraid of the oral exams – thus, I’m
already studying. This is really necessary, since the lessons are nothing but listening
to the professors, writing everything down and reproduce it in the exam. Plus,
I’ve got to read what feels like 50 books... this way, I’m not going to see
much of Florence!
The
university enrolment was truly complex, there were many information- and
welcome-events, but the only useful thing was the breakfast for free. For the
rest, they weren’t helpful at all and it took me quite a while to get my
matriculation – but since last Friday I’m officially a student of Florence
university – they only have to unlock my online account – “only”. But “con
calma”, bit by bit it’ll work out! At least I’ve got my Mensa-Card!
But let’s
talk about nice things – travelling, for example! I’ve been doing that a lot.
Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rome, Capodimonte and Orvieto… and not only
I have been travelling but also Nathalie and Dana travelled – to me (=
But it’s
not at all costs necessary to travel in order to experience something awesome
in Florence. There are street performer everywhere, parades in historical
outfits but also flooded streets that looked quite scary. So let’s get back to
the good stuff!
I
travelled with ISF to Cinque Terre, partly, because everybody keeps on telling
me how lovely it’s there, partly because I wanted to get to know people. In
both cases my expectations have been excelled. Even before leaving Florence I
met the polish architecture student Iga, who I like a lot. But also the Cinque
Terre – of which we visited four – were absolutely marvellous. To the first
three towns we went by train. Those harbour towns were quite similar;
fishermen, beaches and colourful houses everywhere, but all of them very
pretty. Plus, there were some really funny menus, reading “Mamma mia, how could
I resist you?”, reminding me of some Swedish musicians. From the next-to-last
village to the last we didn’t take the train but went on foot. It was really,
really, REALLY exhausted, but very beautiful, too. After two hours of mountain
climbing the wonderfully warm and refreshing ocean expected us, in which we
took a bath. A shame, that we didn’t have more time!
I went
on the very next day, again with Iga, ISF and in a good mood. Destination for
this day: Siena and Monteriggioni. Siena is a wonderful middle-aged city, which
I have visited three times already, but I like it that much, that I was absolutely
in for a fourth time – and I didn’t get disappointed. It was a wonderful day, I
had Cappuccino, Pizza and Gelato, not to mention the awesome company and the
beautiful city.
But this wasn’t even everything! In the afternoon we drove to a
middle-aged but really good conserved castle. It was small, but very beautiful
and after visiting it, we had some coffee. In the evening we drove back to
Florence, since the next day was meant to be the university-start – and I was
so exhausted from the lots of travelling!
But I
was lucky, university was that chaotic, that they postponed the start for a
week. I used the time and took care of my Italian fiscal code, became stuff
member at ISF and finished my term paper for Bonn university. The next weekend
I was off and away again: Together with Iga I drove to Riccardo to Rome. Rome
was the absolute Italian cliché: We ate a whole lot of Gelato and Pizza (always
invited by his grams to eat even more) and tried to see as much of Rome as
possible in one day. Iga had never been to Rome and I can never get enough of
my favourite Italian city! Being there again showed me how much I love this
city – and that it makes me a little sad to live in Florence and not in Rome.
Of course Florence is beautiful – but my heart is set on Rome.
Nonetheless
we didn’t remain in Rome, at the late evening we went off to Capodimonte at the
Lago di Bolsena, where Riccardo’s family owns a flat. We spent the next two
days there, swimming in the lake and visiting the towns close by, Marta and
Montefiascone. We didn’t really do much sightseeing, but we had a lovely time
together and ate a lot of Pasta. In the end, we went to Orvieto, visited the dome,
before we had to go back. As much as I enjoyed the time with Riccardo, it has
been over way to fast!
But now
the university got actually started. As already mentioned, I get along with the
classes quite well, but Italian university is expansive and requires the
purchase of about 20 books for one term only. It’s still way more chaotic than
I had thought. Since Florence is located northern of Rome, I had expected more
organisation, but that was wrong. It’s just as chaotic as Rome, not only the
university but also everything else (they dare to have timetables for the
busses here, but that doesn’t mean that the bus drivers bother to respect
them). Due to the university I have less time for travelling, but I have the
possibility to meet other students – like Jana, who visits Italian literature with
me. But I don’t have to travel all the time myself: Nathalie and Dana visited
me (=
They
arrived on a Thursday evening in October, tired from the journey, and thus we
just went for supper and then to bed. But the next day we have been quite
touristic, visited all the important monuments and ate Pizza and Gelato. The
next days were calmer, we met at my place and cooked Pasta alla Carbonara, sat
on my balcony and talked about all and nothing and did a little shopping in the
city. Furthermore we went to the Gallery of the Uffizi and Palazzo Vecchio.
Monday I had to go to university again, but we met during my breaks and had a
great time – it was such a wonderful feeling, having a bit of home in Florence.
But of course, then, they had to return and I started to travel again – the next
weekend I’ve been to two former mansions of the Medici family, with really
beautiful gardens. Gorgeous!
So, you see, I’m really busy here, not just due to
university. It’s already been
a month since I arrived and I hardly noticed the time passing – if it goes on
like that, I’ll return to Germany within the blink of an eye. But when you
wanna visit me, I’d be very glad! Next, I’m looking forward to the visit of my
parents, who will be here for my birthday – and I’m sure we’re going to see and
do a lot of things! I’m going to tell you all about it! See you!
Besuchszeiten
/ Visiting time
Meine
Ankunft / My arrival: 11 September
Gäste /
Guestes: 19
– 31 October
Weihnachten
/ Christmas: Da bin ich zuhause /
Will be spend at home (19 December - 11 January)
Rückkehr
/ Return: Ende Februar /
End of February
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