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Dienstag, 23. Dezember 2014

Buon natale

[english version below]



Weihnachtliche Grüße aus dem – es hilft ja nichts – sonnigen Florenz!
Ja richtig – sonnig. Wir haben 15°C, meine Winterjacke verstaubt im Schrank und während man sich in Deutschland bibbernd um die Glühweinstände drängt, gehe ich ein Eis essen. Versucht da mal, weihnachtliche Gefühle zu bekommen!
Aber alles der Reihe nach!
Habe ich in meinen letzten Einträgen noch oft geschrieben, dass ich die Uni zugunsten der Stadt Florenz etwas vernachlässige, so hat sich das mittlerweile gewaltig geändert. Die Prüfungen rücken unaufhaltsam näher und sie wollen gut vorbereitet werden, immerhin stehen in meinem Fall fünf mündliche Prüfungen ins Haus und mitunter sind die Professoren sehr anspruchsvoll. Adieu, du schöne Freizeit!
Ach, nun schaut nicht so, ich habe immer noch genug Zeit für die schönen Dinge des Lebens und in diesem Post werde ich sie euch präsentieren! Man kann nämlich wirklich Spaß hier haben und die Chance kann ich mir doch nicht entgehen lassen! Dazu gehört natürlich, dass ich mich in schöner Regelmäßigkeit mit meinen neu gefundenen Freunden treffe, um einen Cappuccino zu trinken, ein Eis zu essen oder zu einem Apperitivo zu gehen – ehrlich, warum gibt es in Deutschland keine Apperitivi? Die sind super!
Während Iga ihre Schwester hier zu Besuch hatte, klommen wir die Piazza Michelangelos hinauf, um den Blick über die Stadt und den Sonnenuntergang zu genießen. Der Regen konnte uns dabei nicht schrecken und gerade dadurch hatten wir großes Glück und konnten gleich zwei perfekte Regenbögen bewundern, die sich über Stadt und Piazza spannten. Bildschön! Und danach gab‘s Pizza! 
Aber – ihr kennt das schon aus meinen vorigen Einträgen – erneut hielt es mich nicht in Florenz und wieder lockte es mich nach Rom. Ich hatte guten Grund dazu, mein Freund machte seinen Bachelor-Abschluss: In Italien gibt es dazu eine Abschlussprüfung und die schloss er mit 110 cum laude – also der Bestnote ab. Grund genug zum Feiern! Bereits am Donnerstagabend kam ich in Rom an und am Freitag hatte ich Riccardo ganz für mich. Wir nutzten die Zeit um in mein ehemaliges Viertel Ostiense zu fahren und eine kleine „Nostalgie-Tour“ zu machen. Und zu meiner Überraschung stand noch alles: Die Uni, die Lieblingspizzeria, die Lieblingseisdiele und sogar mein altes Heim. Einige Namen auf dem Klingenschild kannte ich sogar noch! Wir aßen Pizza, Supplì und Eis, spazierten durch das Viertel, gingen zur Uni und zu Sankt Paul vor den Mauern und schließlich spazierten wir bis Trastevere, wo wir bei Carlo Menta zu Abend aßen.
Die nächsten beiden Tage wurde gefeiert, am Samstag kamen seine Freunde vorbei und es gab viel Essen und noch mehr Wein, am Sonntag kam seine Familie vorbei und es gab noch mehr Essen und immer noch Wein. Es waren unglaublich schöne Tage, alle waren sehr nett und ich war glücklich wieder in Rom zu sein. Immer wieder fanden wir auch ein bisschen Zeit, die Stadt zu erkunden und sogar ins Kino zu gehen, wo wir die Komödie „La mafia uccide solo in estate“ schauten. Wir hatten ganz allgemein eine schöne Zeit. Leider musste ich am Montag aber wieder zurück, denn die Vorlesungen wollten ja schließlich nicht vernachlässigt werden.
Tatsächlich waren meine Wochen nun viel eher mit Vorlesungen angefüllt und ich meldete mich in der Bibliothek, der „Biblioteca delle Oblate“ an um dort die Bücher zum Lernen nutzen zu können. In meiner Freizeit sitze ich nun viel häufiger über meine Bücher und Mitschriften gebeugt. 
Doch das führt natürlich auch dazu, dass ich jeden Augenblick fern von Büchern viel mehr zu schätzen weiß. So war ich beispielsweise in einem englischsprachigen Kino um mir gemeinsam mit Iga „Mockingjay I“ anzusehen. Und wo wir schon dabei waren, sind wir anschließend noch chinesisch Essen gegangen.
Die Wochenenden dagegen lernte ich selten und wenig – ich kam einfach nicht dazu, es ist zu viel los gewesen. Zum ersten Advent beispielsweise kam Riccardo nach Florenz und wir verbrachten ein paar schöne Tage gemeinsam. Am Samstag waren wir gemeinsam mit Iga in der „Casa di Dante“, ein dem berühmtesten italienischen Schriftsteller Dante Alighieri gewidmetes Museum. Anschließend probierten wir ein japanisches Restaurant aus und können von nun an wohl nie genug Ramen bekommen. Am Sonntag dann gab ich eine kleine Weihnachtsfeier bei mir zuhause und ich lud einige Mädels ein. Wir buken zusammen Apfelkuchen und aßen Unmengen an vorbereiteten Keksen – schön war‘s. Und vor allem hatte es sich damit noch lange nicht ausgefeiert, denn alle Deutschen hier schienen sich nach der Weihnachtsstimmung wie in Deutschland zu sehnen. Und während in Deutschland darüber diskutiert wird, dass die Zuwanderer sich nicht genügend integrieren, schotteten wir uns als kleines deutsches Grüppchen ab und ich feierte sage und schreibe vier Weihnachtsfeiern an drei Wochenenden. Am zweiten Adventswochenende nämlich war ich am Samstagabend zunächst bei Claudia und am Sonntagnachmittag bei meinen „Master-Mädels“ aus Bonn. Das Essen war schon weniger weihnachtlich – Buffet und Foccaccia barese – aber dennoch in Rauen Mengen vorhanden.
Ich greife aber vor, denn in der Wochen zwischen dem ersten und zweiten Advent geschah noch etwas in Florenz: Es weihnachtete, nun auch offiziell und nicht nur in den Wohnungen deutscher Austauschstudenten. Zum einen begann die Stadt Florenz zu dekorieren, komplett mit Beleuchtung, Weihnachtsbäumen, Krippe und sogar Weihnachtsmarkt. Das alles unterscheidet sich natürlich trotzdem von deutscher Deko: Italiener schmücken opulenter und auch bunter, vor allem aber blinkend. Ich zog schon in Rom den schlichten deutschen Schmuck vor und daran hat sich nichts geändert. Aber es freut dann doch, zu sehen wie sich die Adventsstimmung verbreitet. Nicht nur die Innenstadt sondern bis nach draußen in meine, doch etwas abseits gelegene, Gegend zogen sich die Lichterdekorationen, die die Straßen überzogen. Erwähnenswert sind dabei vor allem die Weihnachtsbäume: Selten habe ich einen derart übertriebenen Patriotismus gesehen: Diese Bäume sind neben Lichterketten nämlich über und über mit der roten Lilie, dem Wappenzeichen Florenz‘, geschmückt. Wem’s gefällt… 
Nur so halb wie in Deutschland ist auch der Weihnachtsmarkt auf der Piazza Santa Croce. Das zeigt sich schon alleine daran, dass er tags über geöffnet hat und schließt, wenn es dunkel wird. Die Stände treffen mitunter absolut den Geist deutscher Weihnacht: Duftkerzen, Holzspielzeug und Glühwein. Einige versuchen besonders deutsch zu wirken, ähneln aber mehr der Auslange einer Metzgerei oder eines Gemischtwarenlandes. Wieder andere haben nun gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun, das sind meist die Essenstände, die griechische, polnische oder britische Spezialitäten anbieten. Und trotz – oder gerade wegen – der Andersartigkeit, war ich mehrfach dort. 
Und das, obwohl das Wetter nun immer schlechter wird. Es ist zwar nach wie vor nicht kalt – 15°C – aber sehr regnerisch. Da sucht man gerne nach Unterhaltungsalternativen und so landete ich, wo ich schon vorher gewesen war: In der Oper, begleitet von Iga und Riccardo. Wir schauten uns „Falstaff“ von Giuseppe Verdi an, was ungeheuer unterhaltsam war. Und vorher hatten wir es sogar noch geschafft, einen Tisch in dem bereits erwähnten Ramen-Restaurant zu ergattern.
An den wenigen Tagen, die es nicht regnete, machte ich Spaziergänge durch das weihnachtliche Florenz, gemeinsam mit Riccardo, der mich auch zum zweiten Advent wieder besuchen kam, dieses Mal für eine ganze Woche. Und so kletterten wir hinauf auf die Piazzale Michelangelo und genossen den atemberaubenden Blick auf das nächtlich erleuchtete Florenz. 

Auch auf dem Weihnachtsmarkt waren wir gemeinsam, doch dann musste er wieder zurück nach Rom und ich ging mal wieder auf eine Weihnachtsfeier. Vorher besuchte ich aber noch Iga und wir aßen gemeinsam zu Mittag. Danach ging es weiter zu Jana, die mit ihren ebenfalls deutschen Mitbewohnern eine beeindruckende Feier auf die Beine gestellt hatte, Weihnachtsbaum inklusive.
Die letzte Woche Universität brach an, ein letztes Mal emsiges Mitschreiben, ehe ich mich um die Vorbereitungen zur Heimreise kümmern konnte. Meinen letzten Tag in Florenz verbrachte ich mit Valentina, mit der ich Pizza aß und dann weiterhin mit Iga, mit der ich ins Kino ging um den letzten Teil des Hobbits zu sehen – in italienischer Sprache. Das war mitunter durchaus amüsant, aber der Film war gut und wir waren stolz, keine Probleme mit der Sprache gehabt zu haben. So gönnten wir uns auf dem Heimweg noch ein weihnachtliches Eis – Geschmacksrichtung: Panettone – ehe ich meine letzte Nacht in Florenz verbrachte.
Morgens nahm ich dann den Bus nach Bologna und flog von dort aus über das wunderbare Alpenpanorama zurück nach Hause. So kann ich endlich meine Familie und Freunde wiedersehen – und ich freue mich sehr auf euch, auf Weihnachten und eigentlich auf alles!
Frohe Weihnachten euch allen!

Best wishes for Christmas from a sunny Florence!
Yes, you haven’t been mistaken – sunny. It’s 15°C and I don’t even need my winter jacket and while in Germany you long for hot spiced wine, I go for some ice cream. Try to get in a Christmas mood that way!
But step by step!
While in my first entries I wrote for some time that I neglected university a bit in favour of the city of Florence, that has changed by now. The exams are getting closer and want to be well prepared. In my case there are five oral exams coming up and some of the professors are quite ambitious. Farewell, wonderful spare time!
Alas, don’t you worry, there’s still enough time for the nice things in life and in this post I’m going to present them to you! Having fun here is not difficult and I’m not planning on missing any of it. Part of this is it that I meet up with my newly made friends regularly for a Cappuccino, some ice cream or an Apperitivo – seriously, why don’t they exist in Germany? They’re awesome!
While Iga had her sister over, we went all the way up Piazza Michelangelo to enjoy once more the view over the city and the sunset. The rain didn’t disturb us and that exactly enabled us to see two perfect rainbows over the city and the Piazza. Marvellous! Then, we went for Pizza. 
But – you already heard that from other posts – Florence couldn’t keep me for long. I had good reason for doing so, since my boyfriend graduated: In Italy there’s a final oral exam and he passed it the best possible grade: 110 cum laude. Enough reason to party! I arrived in Rome on Thursday evening and I had Riccardo for myself the entire Friday. We went to my old quarter “Ostiense” and did a nostalgia-tour. It surprised me a bit to see that everything was still standing: The University, my favourite pizzeria, my favourite gelateria and even my old house. I even knew some of the names on the door bells! We ate Pizza, Supplì and ice cream, we took a walk through the quarter, went to University and to San Paul outside the walls and then walked to Trastevere, where we had dinner at Carlo Menta. 
The next two days were filled with celebrations. On Saturday some friends of Riccardo came over and there was lots of food and even more wine. On Sunday we celebrated with his family, again with a lot of food and wine. Those days were wonderful, everybody was really nice and I was happy to be in Rome again. We always managed to fine a little time to sneak into town and we even went into the cinema and watched the comedy “La mafia uccide solo in estate” – generally speaking, we had gorgeous days together. But unfortunately I had to return on Monday, since I had to go to my lectures during the week.
Indeed my weeks were filled with lectures and I signed in at the library “Biblioteca delle oblate” in order to be able to use the books there. In my free time I stayed at home reading and learning. 
Thus, I learned to appreciate every minute without books. As an example, I’ve been in an English cinema together with Iga and watched “Mockinhjay I” and afterwards we had Chinese dinner.
On the weekends in contrast I learned way less – I didn’t have the time, there was so much going on. For the first advent Riccardo came over and we enjoyed a lovely weekend together. On Saturday we’ve been with Iga to the “Casa di Dante”, a museum dedicated to Italy’s most famous writer Dante Alighieri. After that we tried a Japanese restaurant and from now on we’ll never get enough of Ramen. On Sunday I hosted a little Christmas party at my place and invited the girls. Together we made an apple pie and ate a whole lot of biscuits – it was lovely. And it wasn’t even the end because all the Germans longed for some German Christmas feeling. And while in Germany politicians are discussing about how immigrants should integrate themselves more, the little German group of ours encapsulated itself and celebrated four Christmas parties in three weekends. On the second weekend of advent I went to Claudia and on Sunday there was a nice party with my master-girls from Bonn. The food wasn’t Christmas-like, but there was plenty and it was good.
But I’m a little fast, because now you missed what happened between the First and the Second Advent: It started to become Christmas in Florence. The city of Florence began to decorate, with lights, Christmas trees, nativity set and even a Christmas market. It’s quite a difference from German decoration nonetheless: Italians decorate opulent, also more colourful and – most important – blinking. I experienced the same in Rome and I still prefer the more decent German decoration. But it’s lovely to see the city getting ready for Christmas. Not only the city centre but even the area where I live is full of decoration. I also have to mention the Christmas trees: I have hardly ever seen such an exaggerated patriotism: Those trees are not only decorated with chains of lights but also with the red lily, the blazonry of Florence. Well, if they like it…
Only half like in the Germany is the Christmas market on Piazza Santa Croce. So, for example, it’s open only during daytime and closes when it gets dark. But some of the booths are just like in Germany: perfumed candles, wooden toys and hot spiced wine. Some just try to be German and thus are more likely to a butchery or a corner shop. And then there are those who haven’t anything in common with Christmas, they just sell food: specialitys from Greece, Poland or Great Britain. 
And though – or because – it’s so very different, I’ve been there quite often. The weather, yet, gets worse, not colder – 15°C – but rainy. That makes me look for other possibilities to entertain me and thus I returned to the opera: Together with Iga and Riccardo I watched “Falstaff” by Giuseppe Verdi, which was really amusing. Before, we even managed to get a table at the Ramen-restaurant.
The few days in which it doesn’t rain I went for some walks through the christmasy Florence, together with Riccardo who visited me in the week of the second advent. Thus we climbed up to Piazzale Michelangelo and enjoyed the view over the wonderful illuminated Florence at night. 
We also visited the Christmas market together, but afterwards he had to return to Rome and I went to another Christmas party. But before that I visited Iga and we had lunch together. Then I went to Jana, who had organised an impressive party together with her German flat mates – there was even a Christmas tree.
After this party, the last week of lectures started, one last time writing down everything and then I could start planning my journey home. I spend my last Florentine day with Valentina, with whom I ate some Pizza, and with Iga, with whom I went to the movies to see the last part of the Hobbit – in Italian. That was quite amusing, but the movie was good and we were proud to be able to understand everything. Thus we treated ourselves to some Christmas ice cream – taste: Panettone – before I spend my last night in Florence.
The next morning I took the bus to Bologna, flew from there over the Alps back home. And now I can finally see my family and friends again – I’m really looking forward to you all, Christmas and – frankly – everything.
Merry Christmas to all of you!

Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wenn einer eine Reise tut...



[english version below]

Sonnige Grüße an sonnige Gemüter!
In der Tat, es ist sonnig hier, sehr warm und sonnig und das weiß ich durchaus zu schätzen und zu nutzen! Natürlich, sofern ich nicht gerade in der Uni hocke, die vor drei Wochen begonnen hat – was chaotisch genug gewesen ist.
Immerhin ist es leicht gewesen, die Kurse zu finden, die ich brauchte, wenn auch nicht alle, die, die ich wollte, in diesem Semester verfügbar sind. Aber dennoch konnte ich drei Literatur-Kurse belegen: Deutsche, Italienische und Englische Literatur. Ich komme mit ihnen allen – obwohl samt und sonders auf Italienisch unterrichtet – recht gut klar und zum Glück habe ich auch schon Bekanntschaften in allen dreien geschlossen. Vor den mündlichen Prüfungen graut mir dennoch – aber das hat ja noch Zeit ich bin tatsächlich schon fleißig am lernen! Das ist hier immerhin nötig, da der Unterricht ausschließlich darin besteht, dass die Studenten mitunter wortwörtlich (!) mitschreiben und in der Prüfung reproduzieren. Nebenher werden dann noch gefühlte 50 Bücher gelesen… Von Florenz werde ich so wenig mitbekommen, fürchte ich!
Die Einschreibung zuvor war reichlich komplex, es gab gleich mehrere Informations- und Willkommensveranstaltungen doch das einzig nützliche war das gratis Frühstück bei einer dieser Veranstaltungen, ansonsten waren die alle nicht sehr hilfreich und es hat eine ganze Weile gedauert – doch seit letzten Freitag bin ich offiziell an der Universität Florenz eingeschrieben – jetzt müssen sie mich nur noch online freischalten – „nur noch“. Aber „con calma“, nach und nach  funktioniert das schon! Meine Mensa-Karte hab ich immerhin schon!
Reden wir doch lieber über schöne Dinge – Reisen, zum Beispiel! Das habe ich nämlich sehr ausgiebig getan. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rom, Capodimonte und Orvieto… und nicht nur ich bin gereist, auch Nathalie und Dana reisten – zu mir (=
Dabei ist es gar nicht immer notwendig, zu reisen, um tolle Dinge zu erleben, auch in Florenz geschehen die spannendsten Dinge. An jeder Ecke lauern Straßenkünstler, schon mehrfach habe ich Paraden durch die Stadt in historischen Kostümen gesehen aber auch Überschwemmungen von bedrohlichem Ausmaß. Dann doch lieber Cinque Terre, dort ist es wenigstens hübsch!
Ich bin mit ISF in den Cinque Terre gewesen, zum Teil weil alle Menschen so sehr von diesen fünf Orten schwärmen, zum anderen, weil ich Menschen hier kennen lernen wollte. In beiden Fällen wurden meine Erwartungen regelrecht übertroffen. Noch vor der Abfahrt lernte ich die polnische Architektur-Studentin Iga kennen, mit der ich mich ausgezeichnet verstehe. Auch die Cinque Terre – von denen wir vier besuchten – waren traumhaft schön. Die ersten drei suchten wir mit dem Zug auf. Die Hafenstädte ähneln sich schon ein wenig, überall Fischer, Strände und bunte Häuser und dennoch verzauberte mich jedes aufs Neue. Es gab aber auch interessante Menü-Karten, solche, auf denen „Kinder“ angeboten wurden (gemeint war Kinder-Schokolade) oder die Liedzeile einer gewissen schwedischen Pop-Band zu lesen waren: „Mamma mia, how could I resist you?“ Vom vorletzten in den letzten Ort ging es schließlich nicht per Zug sondern zu Fuß durch die Berge. Das war wirklich, wirklich anstrengend – aber auch unglaublich schön. Und am Ende der zweistündigen Kraxelei wartete das herrlich warme und erfrischende Meer auf uns, indem wir baden konnten. Nur schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten!
Gleich am nächsten Tag ging es weiter, wieder mit Iga, ISF und einer Menge gute Laune. Ziele für diesen Tag: Siena und Monteriggioni. Siena ist eine wundervolle mittelalterliche Stadt, die ich zwar schon drei Mal besucht habe, die mir aber so gut gefällt, dass nichts gegen einen vierten Besuch sprach – und ich wurde nicht enttäuscht. Es war ein herrlicher Tag, ich hatte Cappuccino, Pizza und Eis, ganz zu schweigen von der hervorragenden Gesellschaft und der schönen Stadt. Doch damit noch nicht genug! Am Nachmittag ging es mittelalterlich weiter, diesmal mit einer wirklich gut erhaltenen Burg mit ebenfalls erhaltenem Ort drum herum. Dort war es zwar klein, aber absolut traumhaft schön und nach einer Besichtigung des Ortes gönnten wir uns erst mal einen Kaffee. Dann ging es zurück nach Florenz und am nächsten Tag sollte die Uni losgehen – dabei war ich doch gerade so erschöpft von den Reisen!
Ich hatte dann aber Glück, die Uni war so chaotisch, dass sie ihren eigenen Start um eine Woche nach hinten verlegen musste und ich konnte mich um die Karte für meine italienische Steuernummer kümmern, Team-Mitglied bei ISF werden und – auch das musste sein – meine Hausarbeit für Bonn fertig schreiben. Am darauf folgenden Wochenende war ich nämlich schon wieder unterwegs, gemeinsam mit Iga fuhr ich zu Riccardo nach Rom. Dort ging es absolut klischeehaft italienisch zu: Wir aßen Unmengen an Eis und Pizza (immer wieder von seiner Oma dazu aufgefordert, mehr zu essen) und versuchten so viel von Rom zu sehen, wie in einem Tag nur möglich war. Immerhin war Iga noch nie in Rom gewesen und ich kann ohnehin nie genug von meiner liebsten Stadt Italiens bekommen. Wieder dort zu sein machte mir klar, wie sehr ich diese Stadt doch mag – und dass es mich ein klein wenig traurig macht, in Florenz und nicht in Rom zu leben. Florenz ist natürlich auch schön – aber an Rom hängt doch eben mein Herz.
Dennoch blieben wir nicht in Rom, spät am Abend brachen wir nach Capodimonte am Lago di Bolsena auf, wo Riccardos Familie eine Eigentumswohnung besitzt. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir dort, schwammen im See, sahen uns die umliegenden Orte Marta und Montefiascone an. 
 Doch Sightseeing war hier nicht so wichtig, hauptsächlich verbrachten wie schöne Stunden gemeinsam – und aßen eine Menge Pasta. Abschließend ging es nach Orvieto und in den beeindruckenden Dom, ehe wir leider wieder zurück mussten. So schön die Zeit bei Riccardo auch gewesen war, wie immer war sie viel zu schnell vergangen.
Nun aber ging die Uni tatsächlich los. Wie bereits erwähnt komme ich ganz gut mit den Vorlesungen zurecht, doch die italienische Universität ist teuer und erfordert den Kauf von gut 20 Büchern für ein einziges Semester. Es ist tatsächlich auch chaotischer als ich gedacht hatte. Da Florenz nördlich von Rom liegt ging ich von mehr Organisation aus, doch dem ist ganz und gar nicht so. Hier ist es mindestens ebenso chaotisch, sowohl was die Uni, als auch was alles andere betrifft (sie trauen sich hier immerhin, Busfahrpläne aufzuhängen, doch das heißt nicht, dass du Busfahrer sich auch daran halten). Durch die Uni habe ich nun freilich weniger Zeit für Reisen, aber auch die Möglichkeit, Studenten kennen zu lernen – wie Jana, die mit mir in italienischer Literatur sitzt. Doch musste ich auch gar nicht selbst reisen: Nathalie und Dana kamen mich besuchen (=
Sie kamen einem Donnerstagabend im Oktober an, müde von der Reise, sodass wir nur etwas zusammen essen gingen und alles weitere auf den nächsten Tag verlegten. Dann waren wir aber auch tatsächlich touristisch unterwegs, besuchten alle die bedeutenden Monumente und aßen Pizza und Eis. Die nächsten Tage wurden ruhiger, wir trafen uns bei mir um Pasta alla Carbonara zu kochen, auf meiner Terrasse zu sitzen und lange Unterhaltungen über Gott und die Welt zu führen und gemütlich durch die Stadt zu bummeln. Aber wir besuchten auch die Galleria degli Uffizi und den Palazzo Vecchio und sagen so die berühmte "Geburt der Venus". 
 Am Montag hatten wir weniger Zeit, denn ich musste wieder zur Universität, aber dennoch trafen wir uns in den Pausen und machten uns eine schöne Zeit – es war ein wunderbares Gefühl, ein bisschen Heimat in der Ferne zu haben. Aber schließlich mussten auch die beiden wieder zurück – und ich machte mich wieder ans Reisen, gleich am nächsten Wochenende besuchte ich zwei der ehemaligen Villen der Familie Medici, die vor allem durch ihre Gärten bestachen. Traumhaft!
Ihr seht also, ich bin tatsächlich beschäftigt hier und das nicht nur wegen der Uni. Einen Monat bin ich nun schon hier und habe dabei kaum bemerkt, wie die Zeit vergangen ist – wenn das so weiter geht, bin ich wieder in Deutschland und werde dabei gar nicht wissen, wie mir geschehen ist. Aber wenn ihr es bis dahin schafft, mich zu besuchen, würde ich mich sehr freuen! Als nächstes freue ich mich auf den Besuch meiner Eltern, die am kommenden Wochenende zu meinem Geburtstag vorbeischauen werden – und dann werde ich sicher wieder eine Menge Dinge erleben und sehen! Ich erzähl euch davon! Bis bald!

Sunny greetings to you!
Truly, it’s really sunny here, very warm and sunny, and I’m really glad about it and making the best out of it! Of course only, when I’m not stuck at the university, which started three weeks ago – and is pure chaos.
At least it was easy to find the classes, which I need, though I couldn’t take all of those, which I wanted, since they’re not all available this summer. Nonetheless, I took three literature-classes: German, Italian and English literature. And though they’re all taught in Italian, I get along quite well and I also met some people during classes. But I’m really afraid of the oral exams – thus, I’m already studying. This is really necessary, since the lessons are nothing but listening to the professors, writing everything down and reproduce it in the exam. Plus, I’ve got to read what feels like 50 books... this way, I’m not going to see much of Florence!
The university enrolment was truly complex, there were many information- and welcome-events, but the only useful thing was the breakfast for free. For the rest, they weren’t helpful at all and it took me quite a while to get my matriculation – but since last Friday I’m officially a student of Florence university – they only have to unlock my online account – “only”. But “con calma”, bit by bit it’ll work out! At least I’ve got my Mensa-Card!
But let’s talk about nice things – travelling, for example! I’ve been doing that a lot. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rome, Capodimonte and Orvieto… and not only I have been travelling but also Nathalie and Dana travelled – to me (=
But it’s not at all costs necessary to travel in order to experience something awesome in Florence. There are street performer everywhere, parades in historical outfits but also flooded streets that looked quite scary. So let’s get back to the good stuff!
I travelled with ISF to Cinque Terre, partly, because everybody keeps on telling me how lovely it’s there, partly because I wanted to get to know people. In both cases my expectations have been excelled. Even before leaving Florence I met the polish architecture student Iga, who I like a lot. But also the Cinque Terre – of which we visited four – were absolutely marvellous. To the first three towns we went by train. Those harbour towns were quite similar; fishermen, beaches and colourful houses everywhere, but all of them very pretty. Plus, there were some really funny menus, reading “Mamma mia, how could I resist you?”, reminding me of some Swedish musicians. From the next-to-last village to the last we didn’t take the train but went on foot. It was really, really, REALLY exhausted, but very beautiful, too. After two hours of mountain climbing the wonderfully warm and refreshing ocean expected us, in which we took a bath. A shame, that we didn’t have more time!
I went on the very next day, again with Iga, ISF and in a good mood. Destination for this day: Siena and Monteriggioni. Siena is a wonderful middle-aged city, which I have visited three times already, but I like it that much, that I was absolutely in for a fourth time – and I didn’t get disappointed. It was a wonderful day, I had Cappuccino, Pizza and Gelato, not to mention the awesome company and the beautiful city.
 But this wasn’t even everything! In the afternoon we drove to a middle-aged but really good conserved castle. It was small, but very beautiful and after visiting it, we had some coffee. In the evening we drove back to Florence, since the next day was meant to be the university-start – and I was so exhausted from the lots of travelling!
But I was lucky, university was that chaotic, that they postponed the start for a week. I used the time and took care of my Italian fiscal code, became stuff member at ISF and finished my term paper for Bonn university. The next weekend I was off and away again: Together with Iga I drove to Riccardo to Rome. Rome was the absolute Italian cliché: We ate a whole lot of Gelato and Pizza (always invited by his grams to eat even more) and tried to see as much of Rome as possible in one day. Iga had never been to Rome and I can never get enough of my favourite Italian city! Being there again showed me how much I love this city – and that it makes me a little sad to live in Florence and not in Rome. Of course Florence is beautiful – but my heart is set on Rome. 
Nonetheless we didn’t remain in Rome, at the late evening we went off to Capodimonte at the Lago di Bolsena, where Riccardo’s family owns a flat. We spent the next two days there, swimming in the lake and visiting the towns close by, Marta and Montefiascone. We didn’t really do much sightseeing, but we had a lovely time together and ate a lot of Pasta. In the end, we went to Orvieto, visited the dome, before we had to go back. As much as I enjoyed the time with Riccardo, it has been over way to fast!
But now the university got actually started. As already mentioned, I get along with the classes quite well, but Italian university is expansive and requires the purchase of about 20 books for one term only. It’s still way more chaotic than I had thought. Since Florence is located northern of Rome, I had expected more organisation, but that was wrong. It’s just as chaotic as Rome, not only the university but also everything else (they dare to have timetables for the busses here, but that doesn’t mean that the bus drivers bother to respect them). Due to the university I have less time for travelling, but I have the possibility to meet other students – like Jana, who visits Italian literature with me. But I don’t have to travel all the time myself: Nathalie and Dana visited me (=
They arrived on a Thursday evening in October, tired from the journey, and thus we just went for supper and then to bed. But the next day we have been quite touristic, visited all the important monuments and ate Pizza and Gelato. The next days were calmer, we met at my place and cooked Pasta alla Carbonara, sat on my balcony and talked about all and nothing and did a little shopping in the city. Furthermore we went to the Gallery of the Uffizi and Palazzo Vecchio. 
Monday I had to go to university again, but we met during my breaks and had a great time – it was such a wonderful feeling, having a bit of home in Florence. But of course, then, they had to return and I started to travel again – the next weekend I’ve been to two former mansions of the Medici family, with really beautiful gardens. Gorgeous!
So, you see, I’m really busy here, not just due to university. It’s already been a month since I arrived and I hardly noticed the time passing – if it goes on like that, I’ll return to Germany within the blink of an eye. But when you wanna visit me, I’d be very glad! Next, I’m looking forward to the visit of my parents, who will be here for my birthday – and I’m sure we’re going to see and do a lot of things! I’m going to tell you all about it! See you!




Besuchszeiten / Visiting time
Meine Ankunft / My arrival:  11 September
Gäste / Guestes:                   19 – 31 October
Weihnachten / Christmas:      Da bin ich zuhause / Will be spend at home (19 December - 11 January)
Rückkehr / Return:                Ende Februar / End of February