Weihnachtliche Grüße aus dem – es hilft ja nichts –
sonnigen Florenz!
Ja richtig – sonnig. Wir haben 15°C, meine Winterjacke
verstaubt im Schrank und während man sich in Deutschland bibbernd um die
Glühweinstände drängt, gehe ich ein Eis essen. Versucht da mal, weihnachtliche
Gefühle zu bekommen!
Aber alles der Reihe nach!
Habe ich in meinen letzten Einträgen noch oft
geschrieben, dass ich die Uni zugunsten der Stadt Florenz etwas vernachlässige,
so hat sich das mittlerweile gewaltig geändert. Die Prüfungen rücken
unaufhaltsam näher und sie wollen gut vorbereitet werden, immerhin stehen in
meinem Fall fünf mündliche Prüfungen ins Haus und mitunter sind die Professoren
sehr anspruchsvoll. Adieu, du schöne Freizeit!
Ach, nun schaut nicht so, ich habe immer noch genug Zeit
für die schönen Dinge des Lebens und in diesem Post werde ich sie euch
präsentieren! Man kann nämlich wirklich Spaß hier haben und die Chance kann ich
mir doch nicht entgehen lassen! Dazu gehört natürlich, dass ich mich in schöner
Regelmäßigkeit mit meinen neu gefundenen Freunden treffe, um einen Cappuccino
zu trinken, ein Eis zu essen oder zu einem Apperitivo zu gehen – ehrlich, warum
gibt es in Deutschland keine Apperitivi? Die sind super!
Während Iga ihre Schwester hier zu Besuch hatte, klommen
wir die Piazza Michelangelos hinauf, um den Blick über die Stadt und den
Sonnenuntergang zu genießen. Der Regen konnte uns dabei nicht schrecken und
gerade dadurch hatten wir großes Glück und konnten gleich zwei perfekte
Regenbögen bewundern, die sich über Stadt und Piazza spannten. Bildschön! Und
danach gab‘s Pizza!
Aber – ihr kennt das schon aus meinen vorigen Einträgen –
erneut hielt es mich nicht in Florenz und wieder lockte es mich nach Rom. Ich
hatte guten Grund dazu, mein Freund machte seinen Bachelor-Abschluss: In
Italien gibt es dazu eine Abschlussprüfung und die schloss er mit 110 cum laude
– also der Bestnote ab. Grund genug zum Feiern! Bereits am Donnerstagabend kam
ich in Rom an und am Freitag hatte ich Riccardo ganz für mich. Wir nutzten die
Zeit um in mein ehemaliges Viertel Ostiense zu fahren und eine kleine
„Nostalgie-Tour“ zu machen. Und zu meiner Überraschung stand noch alles: Die
Uni, die Lieblingspizzeria, die Lieblingseisdiele und sogar mein altes Heim.
Einige Namen auf dem Klingenschild kannte ich sogar noch! Wir aßen Pizza,
Supplì und Eis, spazierten durch das Viertel, gingen zur Uni und zu Sankt Paul
vor den Mauern und schließlich spazierten wir bis Trastevere, wo wir bei Carlo
Menta zu Abend aßen.
Die nächsten beiden Tage wurde gefeiert, am Samstag kamen
seine Freunde vorbei und es gab viel Essen und noch mehr Wein, am Sonntag kam
seine Familie vorbei und es gab noch mehr Essen und immer noch Wein. Es waren
unglaublich schöne Tage, alle waren sehr nett und ich war glücklich wieder in
Rom zu sein. Immer wieder fanden wir auch ein bisschen Zeit, die Stadt zu
erkunden und sogar ins Kino zu gehen, wo wir die Komödie „La mafia uccide solo
in estate“ schauten. Wir hatten ganz allgemein eine schöne Zeit. Leider musste
ich am Montag aber wieder zurück, denn die Vorlesungen wollten ja schließlich
nicht vernachlässigt werden.
Tatsächlich waren meine Wochen nun viel eher mit
Vorlesungen angefüllt und ich meldete mich in der Bibliothek, der „Biblioteca
delle Oblate“ an um dort die Bücher zum Lernen nutzen zu können. In meiner
Freizeit sitze ich nun viel häufiger über meine Bücher und Mitschriften
gebeugt.
Doch das führt natürlich auch dazu, dass ich jeden Augenblick fern von
Büchern viel mehr zu schätzen weiß. So war ich beispielsweise in einem
englischsprachigen Kino um mir gemeinsam mit Iga „Mockingjay I“ anzusehen. Und
wo wir schon dabei waren, sind wir anschließend noch chinesisch Essen gegangen.
Die Wochenenden dagegen lernte ich selten und wenig – ich
kam einfach nicht dazu, es ist zu viel los gewesen. Zum ersten Advent
beispielsweise kam Riccardo nach Florenz und wir verbrachten ein paar schöne
Tage gemeinsam. Am Samstag waren wir gemeinsam mit Iga in der „Casa di Dante“,
ein dem berühmtesten italienischen Schriftsteller Dante Alighieri gewidmetes
Museum. Anschließend probierten wir ein japanisches Restaurant aus und können
von nun an wohl nie genug Ramen bekommen. Am Sonntag dann gab ich eine kleine
Weihnachtsfeier bei mir zuhause und ich lud einige Mädels ein. Wir buken
zusammen Apfelkuchen und aßen Unmengen an vorbereiteten Keksen – schön war‘s. Und
vor allem hatte es sich damit noch lange nicht ausgefeiert, denn alle Deutschen
hier schienen sich nach der Weihnachtsstimmung wie in Deutschland zu sehnen.
Und während in Deutschland darüber diskutiert wird, dass die Zuwanderer sich
nicht genügend integrieren, schotteten wir uns als kleines deutsches Grüppchen
ab und ich feierte sage und schreibe vier Weihnachtsfeiern an drei Wochenenden.
Am zweiten Adventswochenende nämlich war ich am Samstagabend zunächst bei
Claudia und am Sonntagnachmittag bei meinen „Master-Mädels“ aus Bonn. Das Essen
war schon weniger weihnachtlich – Buffet und Foccaccia barese – aber dennoch in
Rauen Mengen vorhanden.
Ich greife aber vor, denn in der Wochen zwischen dem
ersten und zweiten Advent geschah noch etwas in Florenz: Es weihnachtete, nun
auch offiziell und nicht nur in den Wohnungen deutscher Austauschstudenten. Zum
einen begann die Stadt Florenz zu dekorieren, komplett mit Beleuchtung,
Weihnachtsbäumen, Krippe und sogar Weihnachtsmarkt. Das alles unterscheidet
sich natürlich trotzdem von deutscher Deko: Italiener schmücken opulenter und
auch bunter, vor allem aber blinkend. Ich zog schon in Rom den schlichten
deutschen Schmuck vor und daran hat sich nichts geändert. Aber es freut dann
doch, zu sehen wie sich die Adventsstimmung verbreitet. Nicht nur die
Innenstadt sondern bis nach draußen in meine, doch etwas abseits gelegene,
Gegend zogen sich die Lichterdekorationen, die die Straßen überzogen. Erwähnenswert
sind dabei vor allem die Weihnachtsbäume: Selten habe ich einen derart
übertriebenen Patriotismus gesehen: Diese Bäume sind neben Lichterketten
nämlich über und über mit der roten Lilie, dem Wappenzeichen Florenz‘, geschmückt.
Wem’s gefällt…
Nur so halb wie in Deutschland ist auch der Weihnachtsmarkt
auf der Piazza Santa Croce. Das zeigt sich schon alleine daran, dass er tags
über geöffnet hat und schließt, wenn es dunkel wird. Die Stände treffen
mitunter absolut den Geist deutscher Weihnacht: Duftkerzen, Holzspielzeug und
Glühwein. Einige versuchen besonders deutsch zu wirken, ähneln aber mehr der
Auslange einer Metzgerei oder eines Gemischtwarenlandes. Wieder andere haben
nun gar nichts mehr mit Weihnachten zu tun, das sind meist die Essenstände, die
griechische, polnische oder britische Spezialitäten anbieten. Und trotz – oder gerade
wegen – der Andersartigkeit, war ich mehrfach dort.
Und das, obwohl das Wetter
nun immer schlechter wird. Es ist zwar nach wie vor nicht kalt – 15°C – aber sehr
regnerisch. Da sucht man gerne nach Unterhaltungsalternativen und so landete
ich, wo ich schon vorher gewesen war: In der Oper, begleitet von Iga und
Riccardo. Wir schauten uns „Falstaff“ von Giuseppe Verdi an, was ungeheuer
unterhaltsam war. Und vorher hatten wir es sogar noch geschafft, einen Tisch in
dem bereits erwähnten Ramen-Restaurant zu ergattern.
An den wenigen Tagen, die es nicht regnete, machte ich
Spaziergänge durch das weihnachtliche Florenz, gemeinsam mit Riccardo, der mich
auch zum zweiten Advent wieder besuchen kam, dieses Mal für eine ganze Woche. Und
so kletterten wir hinauf auf die Piazzale Michelangelo und genossen den
atemberaubenden Blick auf das nächtlich erleuchtete Florenz.
Auch auf dem
Weihnachtsmarkt waren wir gemeinsam, doch dann musste er wieder zurück nach Rom
und ich ging mal wieder auf eine Weihnachtsfeier. Vorher besuchte ich aber noch
Iga und wir aßen gemeinsam zu Mittag. Danach ging es weiter zu Jana, die mit
ihren ebenfalls deutschen Mitbewohnern eine beeindruckende Feier auf die Beine
gestellt hatte, Weihnachtsbaum inklusive.
Die letzte Woche Universität brach an, ein letztes Mal
emsiges Mitschreiben, ehe ich mich um die Vorbereitungen zur Heimreise kümmern
konnte. Meinen letzten Tag in Florenz verbrachte ich mit Valentina, mit der ich
Pizza aß und dann weiterhin mit Iga, mit der ich ins Kino ging um den letzten
Teil des Hobbits zu sehen – in italienischer Sprache. Das war mitunter durchaus
amüsant, aber der Film war gut und wir waren stolz, keine Probleme mit der
Sprache gehabt zu haben. So gönnten wir uns auf dem Heimweg noch ein weihnachtliches
Eis – Geschmacksrichtung: Panettone – ehe ich meine letzte Nacht in Florenz verbrachte.
Morgens nahm ich dann den Bus nach Bologna und flog von
dort aus über das wunderbare Alpenpanorama zurück nach Hause. So kann ich
endlich meine Familie und Freunde wiedersehen – und ich freue mich sehr auf
euch, auf Weihnachten und eigentlich auf alles!
Frohe Weihnachten euch allen!
Frohe Weihnachten euch allen!
Best
wishes for Christmas from a sunny Florence!
Yes, you
haven’t been mistaken – sunny. It’s 15°C and I don’t even need my winter jacket
and while in Germany you long for hot spiced wine, I go for some ice cream. Try
to get in a Christmas mood that way!
But step
by step!
While in
my first entries I wrote for some time that I neglected university a bit in
favour of the city of Florence, that has changed by now. The exams are getting
closer and want to be well prepared. In my case there are five oral exams
coming up and some of the professors are quite ambitious. Farewell, wonderful
spare time!
Alas,
don’t you worry, there’s still enough time for the nice things in life and in
this post I’m going to present them to you! Having fun here is not difficult
and I’m not planning on missing any of it. Part of this is it that I meet up
with my newly made friends regularly for a Cappuccino, some ice cream or an
Apperitivo – seriously, why don’t they exist in Germany? They’re awesome!
While
Iga had her sister over, we went all the way up Piazza Michelangelo to enjoy
once more the view over the city and the sunset. The rain didn’t disturb us and
that exactly enabled us to see two perfect rainbows over the city and the
Piazza. Marvellous! Then, we went for Pizza.
But –
you already heard that from other posts – Florence couldn’t keep me for long. I
had good reason for doing so, since my boyfriend graduated: In Italy there’s a
final oral exam and he passed it the best possible grade: 110 cum laude. Enough
reason to party! I arrived in Rome on Thursday evening and I had Riccardo for
myself the entire Friday. We went to my old quarter “Ostiense” and did a
nostalgia-tour. It surprised me a bit to see that everything was still
standing: The University, my favourite pizzeria, my favourite gelateria and
even my old house. I even knew some of the names on the door bells! We ate
Pizza, Supplì and ice cream, we took a walk through the quarter, went to
University and to San Paul outside the walls and then walked to Trastevere,
where we had dinner at Carlo Menta. The next two days were filled with celebrations. On Saturday some friends of Riccardo came over and there was lots of food and even more wine. On Sunday we celebrated with his family, again with a lot of food and wine. Those days were wonderful, everybody was really nice and I was happy to be in Rome again. We always managed to fine a little time to sneak into town and we even went into the cinema and watched the comedy “La mafia uccide solo in estate” – generally speaking, we had gorgeous days together. But unfortunately I had to return on Monday, since I had to go to my lectures during the week.
Indeed
my weeks were filled with lectures and I signed in at the library “Biblioteca
delle oblate” in order to be able to use the books there. In my free time I
stayed at home reading and learning.
Thus, I learned to appreciate every minute
without books. As an example, I’ve been in an English cinema together with Iga
and watched “Mockinhjay I” and afterwards we had Chinese dinner.
On the
weekends in contrast I learned way less – I didn’t have the time, there was so
much going on. For the first advent Riccardo came over and we enjoyed a lovely
weekend together. On Saturday we’ve been with Iga to the “Casa di Dante”, a
museum dedicated to Italy’s most famous writer Dante Alighieri. After that we
tried a Japanese restaurant and from now on we’ll never get enough of Ramen. On
Sunday I hosted a little Christmas party at my place and invited the girls. Together
we made an apple pie and ate a whole lot of biscuits – it was lovely. And it
wasn’t even the end because all the Germans longed for some German Christmas feeling.
And while in Germany politicians are discussing about how immigrants should
integrate themselves more, the little German group of ours encapsulated itself
and celebrated four Christmas parties in three weekends. On the second weekend
of advent I went to Claudia and on Sunday there was a nice party with my
master-girls from Bonn. The food wasn’t Christmas-like, but there was plenty
and it was good.
But I’m
a little fast, because now you missed what happened between the First and the Second
Advent: It started to become Christmas in Florence. The city of Florence began
to decorate, with lights, Christmas trees, nativity set and even a Christmas market.
It’s quite a difference from German decoration nonetheless: Italians decorate opulent,
also more colourful and – most important – blinking. I experienced the same in
Rome and I still prefer the more decent German decoration. But it’s lovely to
see the city getting ready for Christmas. Not only the city centre but even the
area where I live is full of decoration. I also have to mention the Christmas trees:
I have hardly ever seen such an exaggerated patriotism: Those trees are not
only decorated with chains of lights but also with the red lily, the blazonry
of Florence. Well, if they like it…
Only
half like in the Germany is the Christmas market on Piazza Santa Croce. So, for
example, it’s open only during daytime and closes when it gets dark. But some
of the booths are just like in Germany: perfumed candles, wooden toys and hot
spiced wine. Some just try to be German and thus are more likely to a butchery
or a corner shop. And then there are those who haven’t anything in common with Christmas,
they just sell food: specialitys from Greece, Poland or Great Britain.
And though
– or because – it’s so very different, I’ve been there quite often. The
weather, yet, gets worse, not colder – 15°C – but rainy. That makes me look for
other possibilities to entertain me and thus I returned to the opera: Together
with Iga and Riccardo I watched “Falstaff” by Giuseppe Verdi, which was really
amusing. Before, we even managed to get a table at the Ramen-restaurant.
The few
days in which it doesn’t rain I went for some walks through the christmasy
Florence, together with Riccardo who visited me in the week of the second
advent. Thus we climbed up to Piazzale Michelangelo and enjoyed the view over
the wonderful illuminated Florence at night.
We also visited the Christmas market
together, but afterwards he had to return to Rome and I went to another Christmas
party. But before that I visited Iga and we had lunch together. Then I went to
Jana, who had organised an impressive party together with her German flat mates
– there was even a Christmas tree.
After
this party, the last week of lectures started, one last time writing down
everything and then I could start planning my journey home. I spend my last Florentine
day with Valentina, with whom I ate some Pizza, and with Iga, with whom I went to
the movies to see the last part of the Hobbit – in Italian. That was quite
amusing, but the movie was good and we were proud to be able to understand
everything. Thus we treated ourselves to some Christmas ice cream – taste:
Panettone – before I spend my last night in Florence.
The next
morning I took the bus to Bologna, flew from there over the Alps back home. And
now I can finally see my family and friends again – I’m really looking forward
to you all, Christmas and – frankly – everything.
Merry
Christmas to all of you!
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