Donnerstag, 16. Oktober 2014

Wenn einer eine Reise tut...



[english version below]

Sonnige Grüße an sonnige Gemüter!
In der Tat, es ist sonnig hier, sehr warm und sonnig und das weiß ich durchaus zu schätzen und zu nutzen! Natürlich, sofern ich nicht gerade in der Uni hocke, die vor drei Wochen begonnen hat – was chaotisch genug gewesen ist.
Immerhin ist es leicht gewesen, die Kurse zu finden, die ich brauchte, wenn auch nicht alle, die, die ich wollte, in diesem Semester verfügbar sind. Aber dennoch konnte ich drei Literatur-Kurse belegen: Deutsche, Italienische und Englische Literatur. Ich komme mit ihnen allen – obwohl samt und sonders auf Italienisch unterrichtet – recht gut klar und zum Glück habe ich auch schon Bekanntschaften in allen dreien geschlossen. Vor den mündlichen Prüfungen graut mir dennoch – aber das hat ja noch Zeit ich bin tatsächlich schon fleißig am lernen! Das ist hier immerhin nötig, da der Unterricht ausschließlich darin besteht, dass die Studenten mitunter wortwörtlich (!) mitschreiben und in der Prüfung reproduzieren. Nebenher werden dann noch gefühlte 50 Bücher gelesen… Von Florenz werde ich so wenig mitbekommen, fürchte ich!
Die Einschreibung zuvor war reichlich komplex, es gab gleich mehrere Informations- und Willkommensveranstaltungen doch das einzig nützliche war das gratis Frühstück bei einer dieser Veranstaltungen, ansonsten waren die alle nicht sehr hilfreich und es hat eine ganze Weile gedauert – doch seit letzten Freitag bin ich offiziell an der Universität Florenz eingeschrieben – jetzt müssen sie mich nur noch online freischalten – „nur noch“. Aber „con calma“, nach und nach  funktioniert das schon! Meine Mensa-Karte hab ich immerhin schon!
Reden wir doch lieber über schöne Dinge – Reisen, zum Beispiel! Das habe ich nämlich sehr ausgiebig getan. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rom, Capodimonte und Orvieto… und nicht nur ich bin gereist, auch Nathalie und Dana reisten – zu mir (=
Dabei ist es gar nicht immer notwendig, zu reisen, um tolle Dinge zu erleben, auch in Florenz geschehen die spannendsten Dinge. An jeder Ecke lauern Straßenkünstler, schon mehrfach habe ich Paraden durch die Stadt in historischen Kostümen gesehen aber auch Überschwemmungen von bedrohlichem Ausmaß. Dann doch lieber Cinque Terre, dort ist es wenigstens hübsch!
Ich bin mit ISF in den Cinque Terre gewesen, zum Teil weil alle Menschen so sehr von diesen fünf Orten schwärmen, zum anderen, weil ich Menschen hier kennen lernen wollte. In beiden Fällen wurden meine Erwartungen regelrecht übertroffen. Noch vor der Abfahrt lernte ich die polnische Architektur-Studentin Iga kennen, mit der ich mich ausgezeichnet verstehe. Auch die Cinque Terre – von denen wir vier besuchten – waren traumhaft schön. Die ersten drei suchten wir mit dem Zug auf. Die Hafenstädte ähneln sich schon ein wenig, überall Fischer, Strände und bunte Häuser und dennoch verzauberte mich jedes aufs Neue. Es gab aber auch interessante Menü-Karten, solche, auf denen „Kinder“ angeboten wurden (gemeint war Kinder-Schokolade) oder die Liedzeile einer gewissen schwedischen Pop-Band zu lesen waren: „Mamma mia, how could I resist you?“ Vom vorletzten in den letzten Ort ging es schließlich nicht per Zug sondern zu Fuß durch die Berge. Das war wirklich, wirklich anstrengend – aber auch unglaublich schön. Und am Ende der zweistündigen Kraxelei wartete das herrlich warme und erfrischende Meer auf uns, indem wir baden konnten. Nur schade, dass wir nicht mehr Zeit hatten!
Gleich am nächsten Tag ging es weiter, wieder mit Iga, ISF und einer Menge gute Laune. Ziele für diesen Tag: Siena und Monteriggioni. Siena ist eine wundervolle mittelalterliche Stadt, die ich zwar schon drei Mal besucht habe, die mir aber so gut gefällt, dass nichts gegen einen vierten Besuch sprach – und ich wurde nicht enttäuscht. Es war ein herrlicher Tag, ich hatte Cappuccino, Pizza und Eis, ganz zu schweigen von der hervorragenden Gesellschaft und der schönen Stadt. Doch damit noch nicht genug! Am Nachmittag ging es mittelalterlich weiter, diesmal mit einer wirklich gut erhaltenen Burg mit ebenfalls erhaltenem Ort drum herum. Dort war es zwar klein, aber absolut traumhaft schön und nach einer Besichtigung des Ortes gönnten wir uns erst mal einen Kaffee. Dann ging es zurück nach Florenz und am nächsten Tag sollte die Uni losgehen – dabei war ich doch gerade so erschöpft von den Reisen!
Ich hatte dann aber Glück, die Uni war so chaotisch, dass sie ihren eigenen Start um eine Woche nach hinten verlegen musste und ich konnte mich um die Karte für meine italienische Steuernummer kümmern, Team-Mitglied bei ISF werden und – auch das musste sein – meine Hausarbeit für Bonn fertig schreiben. Am darauf folgenden Wochenende war ich nämlich schon wieder unterwegs, gemeinsam mit Iga fuhr ich zu Riccardo nach Rom. Dort ging es absolut klischeehaft italienisch zu: Wir aßen Unmengen an Eis und Pizza (immer wieder von seiner Oma dazu aufgefordert, mehr zu essen) und versuchten so viel von Rom zu sehen, wie in einem Tag nur möglich war. Immerhin war Iga noch nie in Rom gewesen und ich kann ohnehin nie genug von meiner liebsten Stadt Italiens bekommen. Wieder dort zu sein machte mir klar, wie sehr ich diese Stadt doch mag – und dass es mich ein klein wenig traurig macht, in Florenz und nicht in Rom zu leben. Florenz ist natürlich auch schön – aber an Rom hängt doch eben mein Herz.
Dennoch blieben wir nicht in Rom, spät am Abend brachen wir nach Capodimonte am Lago di Bolsena auf, wo Riccardos Familie eine Eigentumswohnung besitzt. Die nächsten beiden Tage verbrachten wir dort, schwammen im See, sahen uns die umliegenden Orte Marta und Montefiascone an. 
 Doch Sightseeing war hier nicht so wichtig, hauptsächlich verbrachten wie schöne Stunden gemeinsam – und aßen eine Menge Pasta. Abschließend ging es nach Orvieto und in den beeindruckenden Dom, ehe wir leider wieder zurück mussten. So schön die Zeit bei Riccardo auch gewesen war, wie immer war sie viel zu schnell vergangen.
Nun aber ging die Uni tatsächlich los. Wie bereits erwähnt komme ich ganz gut mit den Vorlesungen zurecht, doch die italienische Universität ist teuer und erfordert den Kauf von gut 20 Büchern für ein einziges Semester. Es ist tatsächlich auch chaotischer als ich gedacht hatte. Da Florenz nördlich von Rom liegt ging ich von mehr Organisation aus, doch dem ist ganz und gar nicht so. Hier ist es mindestens ebenso chaotisch, sowohl was die Uni, als auch was alles andere betrifft (sie trauen sich hier immerhin, Busfahrpläne aufzuhängen, doch das heißt nicht, dass du Busfahrer sich auch daran halten). Durch die Uni habe ich nun freilich weniger Zeit für Reisen, aber auch die Möglichkeit, Studenten kennen zu lernen – wie Jana, die mit mir in italienischer Literatur sitzt. Doch musste ich auch gar nicht selbst reisen: Nathalie und Dana kamen mich besuchen (=
Sie kamen einem Donnerstagabend im Oktober an, müde von der Reise, sodass wir nur etwas zusammen essen gingen und alles weitere auf den nächsten Tag verlegten. Dann waren wir aber auch tatsächlich touristisch unterwegs, besuchten alle die bedeutenden Monumente und aßen Pizza und Eis. Die nächsten Tage wurden ruhiger, wir trafen uns bei mir um Pasta alla Carbonara zu kochen, auf meiner Terrasse zu sitzen und lange Unterhaltungen über Gott und die Welt zu führen und gemütlich durch die Stadt zu bummeln. Aber wir besuchten auch die Galleria degli Uffizi und den Palazzo Vecchio und sagen so die berühmte "Geburt der Venus". 
 Am Montag hatten wir weniger Zeit, denn ich musste wieder zur Universität, aber dennoch trafen wir uns in den Pausen und machten uns eine schöne Zeit – es war ein wunderbares Gefühl, ein bisschen Heimat in der Ferne zu haben. Aber schließlich mussten auch die beiden wieder zurück – und ich machte mich wieder ans Reisen, gleich am nächsten Wochenende besuchte ich zwei der ehemaligen Villen der Familie Medici, die vor allem durch ihre Gärten bestachen. Traumhaft!
Ihr seht also, ich bin tatsächlich beschäftigt hier und das nicht nur wegen der Uni. Einen Monat bin ich nun schon hier und habe dabei kaum bemerkt, wie die Zeit vergangen ist – wenn das so weiter geht, bin ich wieder in Deutschland und werde dabei gar nicht wissen, wie mir geschehen ist. Aber wenn ihr es bis dahin schafft, mich zu besuchen, würde ich mich sehr freuen! Als nächstes freue ich mich auf den Besuch meiner Eltern, die am kommenden Wochenende zu meinem Geburtstag vorbeischauen werden – und dann werde ich sicher wieder eine Menge Dinge erleben und sehen! Ich erzähl euch davon! Bis bald!

Sunny greetings to you!
Truly, it’s really sunny here, very warm and sunny, and I’m really glad about it and making the best out of it! Of course only, when I’m not stuck at the university, which started three weeks ago – and is pure chaos.
At least it was easy to find the classes, which I need, though I couldn’t take all of those, which I wanted, since they’re not all available this summer. Nonetheless, I took three literature-classes: German, Italian and English literature. And though they’re all taught in Italian, I get along quite well and I also met some people during classes. But I’m really afraid of the oral exams – thus, I’m already studying. This is really necessary, since the lessons are nothing but listening to the professors, writing everything down and reproduce it in the exam. Plus, I’ve got to read what feels like 50 books... this way, I’m not going to see much of Florence!
The university enrolment was truly complex, there were many information- and welcome-events, but the only useful thing was the breakfast for free. For the rest, they weren’t helpful at all and it took me quite a while to get my matriculation – but since last Friday I’m officially a student of Florence university – they only have to unlock my online account – “only”. But “con calma”, bit by bit it’ll work out! At least I’ve got my Mensa-Card!
But let’s talk about nice things – travelling, for example! I’ve been doing that a lot. Cinque Terre, Siena, Monteriggioni, Rome, Capodimonte and Orvieto… and not only I have been travelling but also Nathalie and Dana travelled – to me (=
But it’s not at all costs necessary to travel in order to experience something awesome in Florence. There are street performer everywhere, parades in historical outfits but also flooded streets that looked quite scary. So let’s get back to the good stuff!
I travelled with ISF to Cinque Terre, partly, because everybody keeps on telling me how lovely it’s there, partly because I wanted to get to know people. In both cases my expectations have been excelled. Even before leaving Florence I met the polish architecture student Iga, who I like a lot. But also the Cinque Terre – of which we visited four – were absolutely marvellous. To the first three towns we went by train. Those harbour towns were quite similar; fishermen, beaches and colourful houses everywhere, but all of them very pretty. Plus, there were some really funny menus, reading “Mamma mia, how could I resist you?”, reminding me of some Swedish musicians. From the next-to-last village to the last we didn’t take the train but went on foot. It was really, really, REALLY exhausted, but very beautiful, too. After two hours of mountain climbing the wonderfully warm and refreshing ocean expected us, in which we took a bath. A shame, that we didn’t have more time!
I went on the very next day, again with Iga, ISF and in a good mood. Destination for this day: Siena and Monteriggioni. Siena is a wonderful middle-aged city, which I have visited three times already, but I like it that much, that I was absolutely in for a fourth time – and I didn’t get disappointed. It was a wonderful day, I had Cappuccino, Pizza and Gelato, not to mention the awesome company and the beautiful city.
 But this wasn’t even everything! In the afternoon we drove to a middle-aged but really good conserved castle. It was small, but very beautiful and after visiting it, we had some coffee. In the evening we drove back to Florence, since the next day was meant to be the university-start – and I was so exhausted from the lots of travelling!
But I was lucky, university was that chaotic, that they postponed the start for a week. I used the time and took care of my Italian fiscal code, became stuff member at ISF and finished my term paper for Bonn university. The next weekend I was off and away again: Together with Iga I drove to Riccardo to Rome. Rome was the absolute Italian cliché: We ate a whole lot of Gelato and Pizza (always invited by his grams to eat even more) and tried to see as much of Rome as possible in one day. Iga had never been to Rome and I can never get enough of my favourite Italian city! Being there again showed me how much I love this city – and that it makes me a little sad to live in Florence and not in Rome. Of course Florence is beautiful – but my heart is set on Rome. 
Nonetheless we didn’t remain in Rome, at the late evening we went off to Capodimonte at the Lago di Bolsena, where Riccardo’s family owns a flat. We spent the next two days there, swimming in the lake and visiting the towns close by, Marta and Montefiascone. We didn’t really do much sightseeing, but we had a lovely time together and ate a lot of Pasta. In the end, we went to Orvieto, visited the dome, before we had to go back. As much as I enjoyed the time with Riccardo, it has been over way to fast!
But now the university got actually started. As already mentioned, I get along with the classes quite well, but Italian university is expansive and requires the purchase of about 20 books for one term only. It’s still way more chaotic than I had thought. Since Florence is located northern of Rome, I had expected more organisation, but that was wrong. It’s just as chaotic as Rome, not only the university but also everything else (they dare to have timetables for the busses here, but that doesn’t mean that the bus drivers bother to respect them). Due to the university I have less time for travelling, but I have the possibility to meet other students – like Jana, who visits Italian literature with me. But I don’t have to travel all the time myself: Nathalie and Dana visited me (=
They arrived on a Thursday evening in October, tired from the journey, and thus we just went for supper and then to bed. But the next day we have been quite touristic, visited all the important monuments and ate Pizza and Gelato. The next days were calmer, we met at my place and cooked Pasta alla Carbonara, sat on my balcony and talked about all and nothing and did a little shopping in the city. Furthermore we went to the Gallery of the Uffizi and Palazzo Vecchio. 
Monday I had to go to university again, but we met during my breaks and had a great time – it was such a wonderful feeling, having a bit of home in Florence. But of course, then, they had to return and I started to travel again – the next weekend I’ve been to two former mansions of the Medici family, with really beautiful gardens. Gorgeous!
So, you see, I’m really busy here, not just due to university. It’s already been a month since I arrived and I hardly noticed the time passing – if it goes on like that, I’ll return to Germany within the blink of an eye. But when you wanna visit me, I’d be very glad! Next, I’m looking forward to the visit of my parents, who will be here for my birthday – and I’m sure we’re going to see and do a lot of things! I’m going to tell you all about it! See you!




Besuchszeiten / Visiting time
Meine Ankunft / My arrival:  11 September
Gäste / Guestes:                   19 – 31 October
Weihnachten / Christmas:      Da bin ich zuhause / Will be spend at home (19 December - 11 January)
Rückkehr / Return:                Ende Februar / End of February